Dormagen: Sven Jungbeck zeigt bei "Friday Night" musikalische Vielseitigkeit

Dormagen: Sven Jungbeck zeigt bei "Friday Night" musikalische Vielseitigkeit

"Hallo zusammen, ich kenn' ja fast alle hier", begrüßt Sven Jungbeck seine rund 70 Zuhörer im Evangelischen Gemeindesaal an der Ostpreußenallee. Dort stellte der Dormagener Gitarrist im Rahmen der Konzertreihe "Friday Night" in der "Kulturkirche", unterstützt von drei "friends", sein außerordentliches Talent ebenso wie seine musikalische Vielseitigkeit unter Beweis.

Zusammen mit Sängerin Clara Deckstein wird Jungbeck zum Duo "Birds on the Roof", das amerikanische Standards wie "No moon at all" und die Beatles covert und eigene poetische, nachdenkliche Kompositionen in der Singer-Songwriter-Tradition von Tom Waits oder Joni Mitchell präsentiert. Clara Decksteins zarte und dabei kraftvolle Stimme ist wie geschaffen dafür. Unglaublich leichtfüßig ihre Interpretation des Waits-Klassikers "Long way home". Deckstein rührt im Saal beim Song "Black Eyes" nicht nur die Eingeweihten, die wissen, dass Jungbeck das Stück für seine "Omi" geschrieben hat, die, ebenso wie Mutter Christiane, den 33-Jährigen von klein auf die Liebe zur Musik und zur Gitarre lehrte.

Christoph Bormann am Kontrabass hält sich im Hintergrund, er kommt nach der Pause besser zur Geltung: Eine gute halbe Stunde ist jetzt Jungbecks zweiter Leidenschaft gewidmet, dem Gipsy Jazz. Peter Kowal an der Gitarre, Bormann am Bass und Jungbeck spielen sich nahezu in Ekstase beim "Swing 39" ihres großen Vorbilds Django Reinhardt.

  • Porträt: Der Dormagener Gitarrist Sven Jungbeck

Zum Abschluss geht's um das nahende Weihnachtsfest. Auf ihrem im Oktober aufgenommenen Album "Christmas Delight" nehmen sich "Sven Jungbeck and friends", wie sich die vier Musiker zusammen nennen, zeitlose amerikanische Weihnachtsklassiker vor. Die Kulturkirche swingt zu "Let it snow", "Winter Wonderland" oder "It's beginning to look a lot like Christmas" - ein beschwingter Gute-Laune-Abschluss des Kulturkirchen-Gigs, der für Sven Jungbeck einer von vielen im dicht gedrängten Kalender ist. Am Samstag spielte der 33-Jährige mit seinem Projekt "JJ & the Acoustic Machine - ein neues Album ist in Arbeit - in Köln, mit Clara Deckstein stand er gestern auf der Weihnachtsmarkt-Bühne vor dem Dormagener Rathaus. "Auch von uns als Duo wird es bald ein Album geben", kündigt Jungbeck an.

Seinem erklärten Ziel, "als Künstler von der Musik leben zu können", kommt Sven Jungbeck, der als Musiklehrer arbeitet, vielleicht im nächsten Jahr ein Stück näher. Kontakte zu Größen des Gipsy Jazz könnten ihm den Sprung auf internationale Bühnen ermöglichen.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE