Stürzelberger Schützen feiern Jubiläum mit viel Herz

150 Jahre St.-Aloysius-Schützenbruderschaft Stürzelberg : Viele Gäste beim Jubiläums-Schützenfest

Die St.-Aloysius-Schützenbruderschaft Stürzelberg feierte ihr „150-Jähriges“. Allerdings trübte eine Schlägerei am Freitagabend im Festzelt kurzzeitig die ansonsten feierliche und friedliche Stimmung.

Ein fröhliches Fest zum 150-jährigen Bestehen feiert die St.-Aloysius-Schützenbruderschaft Stürzelberg. Am Sonntag zeigte sich die ganze Pracht – angefangen bei der Festmesse am Schießstand über Frühparade und Festkommers mit Ehrungen bis zum Nachmittagsumzug mit 1000 Gästen aus ganz Dormagen und dem Bezirk Neuss. Zu Ehren des strahlenden Königspaars Frank I. und Steffi Perle waren die Stürzelberger Schützen und ihre Gäste angetreten, um fröhlich zu feiern – getreu dem königlichen Motto „Wir feiern mit Freunden“ und mit viel Herz. Am Sonntagnachmittag huldigte Königin Steffi mit ihrem roten Kleid dem Korps ihres Mannes – er ist Grenadier beim Zug „Globetrotter“: „Die Grenadierkompanie ist wie die Bruderschaft 150 Jahre alt“; erklärte sie ihre Farbwahl.

„Wir feiern fröhlich und friedlich“, hatte Brudermeister Harald Lenden im Vorfeld des Jubiläums erklärt – doch nicht jeder hielt sich daran. Denn am Freitag trübte eine Schlägerei im Festzelt den Auftakt des Jubiläums. In der Pause des mitreißenden Konzerts der „Jungen Zillertaler“, die mit DJ Marc Pesch trotz der Hitze für tolle Party-Stimmung bei den rund 1000 Gästen sorgten, kam es gegen 22.25 Uhr zu einem Streit, bei dem acht Menschen verletzt wurden. „Eine vorangegangene verbale Auseinandersetzung zwischen drei bis vier Personen eskalierte zu Handgreiflichkeiten, in deren weiterem Verlauf einige der Beteiligten Pfefferspray einsetzten. Dadurch wurden auch Unbeteiligte und Mitarbeiter der hinzugekommenen Security verletzt“, so die Polizei. Vier Personen wurden mit leichten Verletzungen in Krankenhäuser gebracht, die anderen auf dem Kirmesplatz ärztlich betreut. Gegen die vor Ort angetroffenen Tatverdächtigen wurde laut Polizei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, die Ermittlungen dauern an.

„Die jungen Zillertaler“ sorgten zum Auftakt des Jubiläumsfestes in Stürzelberg trotz der Hitze für tolle Party-Stimmung. Foto: Georg Salzburg(salz)

„Wir bedauern das sehr“, sagte Geschäftsführer Rudolf Smit am Sonntag. Gegen den Verursacher – Smit sprach von „einem handgreiflichen Streit zwischen einem Ehepaar, bei dem ein Gast dazwischen ging“ – hat der Vorstand am Samstag bereits schriftlich ein Zelt- und Schießstandverbot verhängt: „Wir dulden keine Krawalle“, betonte Smit. Bei dem Verursacher soll es sich um ein Mitglied aus dem erweiterten Vorstand handeln, dessen Amtszeit bald ausläuft.

Bei etwas angenehmeren Temperaturen waren der Fackelzug, der vorgezogene Große Zapfenstreich und der Abend im Zelt am Samstag sehr harmonisch. Noch bis weit nach Mitternacht feierten die Schützen friedlich auf dem Schützenplatz.

Bei der Feldmesse wies Ehrenpräses Prälat Erich Läufer, der seit mehr als 40 Jahren die Bruderschaft begleitet, auf seine Freundschaft zu den Stürzelbergern hin. In seiner Predigt führte er den zahlreichen Besuchern den Bedeutungsverlust der Kirche vor Augen: „Die Kirche ist nicht arm, aber ihr Apparat produziert keinen Glauben mehr“, so Läufer, der dazu aufrief als Beispiel für christlichen Glauben zu handeln: „Wir müssen unseren Glauben bewahren.“ Aber das bedeute, die Kirche zu verändern und auf manch Liebgewonnenes zu verzichten. Aber: „Wenn die Feier der Eucharistie, die Kommunion, verloren geht, wird alles den Bach runtergehen“, sagte der Ehrenpräses. An der Bruderschaft liege es, Tradition und Glauben in die Welt zu tragen: „In Stürzelberg gibt es eine Gemeinschaft, die etwas ausstrahlt, möge das noch lange so sein.“ Bei der Totenehrung forderte Erich Läufer dazu auf, sich für Frieden einzusetzen: „Der fällt nicht vom Himmel.“

Schirmherr Peter-Olaf Hoffmann, der mit der sehr seltenen Auszeichnung des „Goldenen Sterns zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz“ überrascht wurde, bekannte, dass „Stürzelberg für mich zur Heimat geworden ist“, das sei wie Frieden nicht selbstverständlich: „Wir müssen aufeinander zugehen, den Menschen, die zu uns kommen, Heimat geben, aber auch diejenigen, die hier leben, ihre Heimat bewahren lassen“, so Hoffmann: „Die Bruderschaft kann dazu beitragen, das zu erhalten, was wir haben.“

Vize-Bürgermeister Hans Sturm gratulierte zu „150 Jahren Gemeinsinn und Traditionspflege, bei denen immer Menschen im Vordergrund standen“. CDU-Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe überreichte in Vertretung für Heike Troles MdL die Ehrenplakette NRW.