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Dormagen: Stürzelberger ohne Telefon und Internet

Dormagen : Stürzelberger ohne Telefon und Internet

Starke Regenfälle haben in Stürzelberg einen Kabelschacht der Telekom geflutet. Seit Samstagabend funktionieren in weiten Teilen weder Festnetztelefon noch Fax oder Internet. Der Schaden könnte über diese Woche hinaus bestehen.

Das Kommunikationsnetz von Stürzelberg ist seit Samstagabend weitestgehend zusammengebrochen — zumindest für Kunden der Telekom. Aufgrund eines überfluteten Kabelschachts funktionieren in vielen Straßenzügen weder Festnetztelefon, Fax noch die Internetverbindung. Betroffen ist die Alt-Bebauung Stürzelbergs, vor allem entlang der Feld- und Schulstraße sowie im Bereich rund um Brunnen- und Aloysiusstraße. Die Neubaugebiete blieben von der Störung verschont. Sie sind an eine andere Leitung angeschlossen.

Für Geschäftsleute und Dienstleister in Stürzelberg wirkt sich der Schaden negativ auf das Geschäft aus. Musa Laledere führt einen Kiosk an der Schulstraße. "Die ganzen Bestellungen laufen über das Telefon", sagt er. Tabak und Zeitschriften konnte er per Handy bestellen, aber viele Geschäftspartner wüssten seine Handynummer nicht, weswegen er nicht kontaktiert werden konnte. In der Postbank-Filiale, die in seinem Kiosk eingegliedert ist, sind keine Bankgeschäfte mehr möglich, da diese über das Internet laufen. Geld kann dort weder ein- noch ausgezahlt werden. Ebenso könnten sich die Bankkunden keine Kontoauszüge ausducken. "Das mit der Bank ist das größere Problem", sagt der Kioskbesitzer. Vor allem ältere Menschen könnten nicht ohne weiteres auf eine andere Filiale in Dormagen ausweichen. So wie die Postbank ist auch das Bankgeschäft der Sparkasse lahmgelegt. An der Eingangstür hängt dort bereits ein Hinweisschild zur Störung.

Bei der Telekom ist der Ausfall bekannt und wird aktuell behoben, wie Pressesprecher André Hofmann erklärte. Grund für den Schaden sei ein überfluteter Kabelschacht, in den es herein geregnet habe. Mit dem aktuellen Rheinhochwasser habe der Schaden aber nichts zu tun, so Hofmann. Die Leitungen müssen jetzt neu verlegt werden. "Die Kabel sind aber nicht leicht austauschbar", erklärt Hofmann.

Derzeit haben Techniker der Telekom an der Schulstraße lediglich ein kleines Zelt aufgebaut, unter dem sie an einem Bauloch eine Leitung austauschen. Das Ausmaß des Schadens sei derzeit allerdings noch unbekannt, ebenso wie viele Kabel ausgetauscht werden müssen.

Auch die Ärzte Mathias und Veronika Henkel haben die Auswirkungen der Störung in ihrer Praxis an der Schulstraße zu spüren bekommen. "Unsere Notfallnummern funktionieren nicht", sagt Veronika Henkel. Ebenso könnten Laborergebnisse von zum Beispiel Blutproben nicht direkt abgefragt werden.

Wilfried Marek, der eine Agentur für Touristikwerbung in der Brunnenstraße betreibt, beschwert sich über die Kommunikation seitens der Telekom. "So Fehler können ja passieren, aber dann muss die Telekom sich schneller um Lösungen kümmern", sagt er und ergänzt: "Anfangs habe ich den Fehler noch bei mir selbst gesucht." Jetzt erst sei ihm klar, dass weite Teile Stürzelbergs von der Störung betroffen sind.

Neben der Anzahl der betroffenen Anschlüsse ist auch unklar, wie lange es noch dauert, bis der Schaden behoben ist. Dass im Laufe der Woche noch Bagger anrücken müssten, wollte Telekom-Sprecher Hofmann gestern gegenüber unserer Zeitung nicht ausschließen. Dann wäre der Schaden noch lange nicht — wie zuerst erhofft — bis Ende der Woche behoben.

(NGZ)