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Dormagen: Studenten drehen Bauern-Doku

Dormagen : Studenten drehen Bauern-Doku

Niklas Geller, Eric Onder de Linden und Helena Kallen, Tochter des Bauern Max-Josef Kallen, nehmen am Filmwettbewerb "Clip my Farm" teil. Im drei Minuten langen Video gilt es, Klischees über Bauern zu widerlegen.

Bauern sind primitiv. Ihre Höfe sind unmodern und die Kinder wachsen im Dreck auf. Das sind schwerwiegende Vorurteile, die, so Niklas Geller, noch immer in den Köpfen vieler Leute verbreitet sind.

Der angehende Student aus Straberg will damit jetzt aufräumen. Zusammen mit der Bauerntochter Helena Kallen und seinem Freund Eric Onder de Linden, der viel Erfahrung mit der Filmtechnik hat, dreht er zurzeit einen kurzen Spot für den bundesweiten Film-Wettbewerb "Clip my Farm". Es geht darum, verbreitete Vorurteile zu widerlegen und zu zeigen, dass das Leben auf einem Bauernhof Spaß macht.

Nur drei Minuten lang darf das Video sein, was eine ziemliche Herausforderung ist: "Wir haben unheimlich viel Bildmaterial", sagt Onder de Linden. Unter anderem erzählt Helena Kallen über ihr Leben auf dem Bauernhof, eine unbeteiligte Freundin kommt zu Wort, und es gibt eine Szene aus einem Kölner Nachtclub.

"Ich bin das Beispiel dafür, dass Kinder von Bauern eine ganz normale Jugend haben", sagt die 18-jährige Helena Kallen, die im Prinzip die Hauptrolle darstellt. Dabei hatte die Schülerin erst nicht dabei sein wollen. "Der Niklas musste lange auf mich einreden, um mich zu dem Projekt zu überzeugen", sagt sie. Doch der mit 10 000 Euro datierte "Agrar-Oscar" verlockte am Ende ganz schön.

Einmal überredet, ist die 18-Jährige ambitioniert dabei. Für ein Interview, in dem sie vom Leben auf dem Hof ihrer Eltern erzählt, hat Kallen einen Text vorbereitet. "Wie ist es hier aufgewachsen zu sein? Wer bin ich? Was machen meine Eltern? Auf diese Fragen werden Antworten gegeben", schildert Kallen. So wird auch klar, dass Arbeiten auf dem Bauernhof keine stupide Körperarbeit ist, sondern dass viel anspruchsvolle Büro- und Verwaltungsarbeit anfällt.

Während der Dreharbeiten wirken die Beteiligten sehr professionell. Kein Handgriff an der Technik ist unüberlegt, und besonders Niklas Geller, der für das Video die Regie führt, hat schon genaue Vorstellungen, wie der Spot aussehen soll. Kurze Szenen und einige Überschneidungen prägen den Film — um Zeit zu sparen.

"Uns geht es auch darum, die Landwirtschaft sichtbar zu machen", sagt Geller. In der modernen Konsumwirtschaft würden viele Verbraucher den Weg eines Produktes vom Feld auf den Teller nicht wahrnehmen. "Die Leute sollen lernen, die Arbeit schätzen zu wissen", sagt der 21-Jährige.

Im Laufe der Woche wollen die Amateur-Filmer das Video ins Internet stellen. Auf der Internetseite kann man dann für das Trio abstimmen. Sie sind zuversichtlich: "Unsere Chancen stehen sehr gut."

(NGZ/rl)