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Dormagen: Streit um den Rodelhügel

Dormagen : Streit um den Rodelhügel

Der Förderverein Straberg hat 600 Unterschriften für den Erhalt des Rodelhügels im Tannenbusch gesammelt. Die Geräte des Generationenspielplatzes versperren die Strecke. Der Ton zwischen Verein und SVGD wird rauer.

Der Rodelberg im Tannenbusch ist streng genommen ein Politikum. 1993 hatte der Jugendhilfeausschuss der Stadt Dormagen die Strecke offiziell ausgewiesen und daran erinnert sich Jürgen Brockmeyer, der dem Gremium damals angehörte, gut. Umso mehr ärgert sich der zweite Vorsitzende des Fördervereins Straberg, das seit einem Jahr die Geräte des neuen Generationenspielplatzes die Strecke versperren.

Brockmeyer spricht von einem "Stück Freizeitkultur", das verloren gehe — und hat in einer Unterschriftenaktion bereits 600 Stimmen für den Erhalt gesammelt. Sein Ziel ist es, ein Bürgerbegehren einzuleiten, falls die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD) nicht einlenkt und mindestens zwei der Spielgeräte versetzt. Mindestens sechs Prozent der Dormagener Bevölkerung müsste Brockmeyer dafür hinter sich bringen. "Wir ziehen das Ding durch", sagt der Fördervereins-Vize.

Bei der SVGD versteht man die Aufregung nicht: "Wie oft war denn in den vergangenen zehn Jahren Rodelwetter?", fragt SVGD-Chef Ulrich Pfister rhetorisch. Zu einem Ortstermin haben sich beide Seiten bereits getroffen, einigen konnte man sich nicht. Pfister wirft seinem Kontrahenten Altersstarrsinn vor. Der Förderverein würde Stimmung machen und nicht seriös informieren.

Um die Geräte zu versetzen, müsste der ganze untere Bereich des Generationenspielplatzes abgebaut werden. Die SVGD verweist auf einen Nachbarhügel gegenüber dem Tannenbusch-Waldcafé als Alternative — an dessen Ausgang allerdings einige Bäume im Weg stehen. Pfister schlägt vor, die Strecke mit zusätzlichen Strohballen zu sichern und meint lakonisch: "Das ganze Leben ist gefährlich."

Das bringt Brockmeyer, der der SVGD kinderfeindliche Äußerungen vorwirft, erst recht auf die Palme. Er hat sich inzwischen auch an die Sponsoren des Generationenspielplatzes gewandt. "Die hätten interveniert, wenn sie von dem Rodelberg gewusst hätten", sagt Brockmeyer, der früher Polizeichef in Dormagen war. Ebenso hat der Förderverein den Jugendhilfeausschuss und den Deutschen Kinderschutzbund um Hilfe gebeten, sich zur Erhaltung des Rodelbergs für unsere Nachkommen einzusetzen.

Eine Alternative zum Tannenbusch sieht Brockmeyer nicht. Auf dem Rheindeich sei das Rodeln verboten. Seine Forderungen hat der Förderverein mit Bildern untermauert. Sie zeigen Kinder auf Schlitten, die auf einen Querbalken zufahren. Sie dokumentieren die Situation, wie sie früher war und wie sie heute ist. Brockmeyer wird ein wenig nachdenklich. Das jetzige Aus lasse jedenfalls am Verlässlichkeitsprinzip von Ratsbeschlüssen zweifeln.

(NGZ)