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Streit in Dormagen eskaliert: Mann angeschossen - war es Notwehr?

Notwehr-Handlung nicht ausgeschlossen : 27-Jähriger bei Streit in Dormagen angeschossen

In Dormagen ist am frühen Dienstagmorgen, 5. Juli, ein Streit eskaliert. Ein 27-Jähriger ist schwer verletzt worden - Lebensgefahr noch nicht ausgeschlossen.

Gegen 4 Uhr morgens ging ein Notruf bei der Polizei ein. Unmittelbar entsandte Einsatzkräfte trafen in einem Einfamilienhaus im Stadtteil Horrem unter anderem auf den schwer verletzten 27-jährigen Dormagener.

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei soll es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem 27-Jährigen und einem 60-jährigen Anwohner gekommen sein. Der junge Mann war in einer Gruppe unterwegs. Ob die sich durch Lautstärke den Zorn des Wohnungseigentümers zugezogen habe, ist Gegenstand der Ermittlungen, so Staatsanwältin Laura Hollmann. „Es gab offenbar eine ,Straße-Fenster-Situation’“, sagt sie.

In diesem Rahmen soll der 27-Jährige dann versucht haben, sich gewaltsam Zutritt zu dem Haus zu verschaffen, in dem sich der 60-Jährige mit seiner Frau aufhielt. Er soll dabei das Ehepaar massiv bedroht haben. Der 60-Jährige soll sodann auf den 27-Jährigen geschossen und ihn im Oberkörper schwer verletzt haben. Wie die Situation genau war, muss noch im Detail geklärt werden. Die Haustür weist jedenfalls massive Beschädigungen auf. Ob der 27-Jährige schon ins Haus eingedrungen war und daraufhin der Schuss fiel, oder ob der Hausherr die Tür öffnete – das alles war am Dienstagabend noch unklar.

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Rettungskräfte kümmerten sich um den Angeschossenen und brachten ihn für eine Notoperation in eine Klinik. Derzeit kann Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden.

Die mutmaßliche Tatwaffe stellte die Polizei zu Beweiszwecken sicher. Zur Art der Waffe und ob der Wohnungseigentümer einen Waffenschein besitzt, konnte die Staatsanwaltschaft noch keine genauen Aussagen machen. Der 60-Jährige wurde zunächst vorläufig festgenommen, allerdings bereits wieder entlassen, da nach den bisherigen Ermittlungen davon auszugehen sei, dass er in Notwehr gehandelt habe, heißt es von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Eine Mordkommission unter Leitung des Polizeipräsidiums Düsseldorf wurde eingerichtet. Weitere Einzelheiten sind derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

(schum)