Straßenname in Dormagen: Anwohner sind weiterhin für Carl-Duisberg-Straße

Straßenname in Dormagen : Anwohner sind für den Namen Carl-Duisberg-Straße

Eine Umfrage ergab eine Mehrheit für die Beibehaltung des Namens.

Nachdem sich die Mehrheit der Anwohner der Carl-Duisberg-Straße, die sich auf die Umfrage vom 10. bis 30. April bei der Stadt zurückgemeldet hatten, gegen eine Umbenennung ausgesprochen haben, empfiehlt die Verwaltung dem Planungs- und Umweltausschuss, die Umbenennung der Straße nicht weiter zu verfolgen. Das geht aus den Unterlagen für die Ausschusssitzung am 26. Juni hervor.

Der Chemiker, Industrielle und Mitgründer der IG Farben (später Bayer) Carl Duisberg (1861-1935) solle vom Straßenschild verschwinden, wie die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Piraten/Die Linke 2015 in zwei separaten Anträgen erreichen wollten. Ein Expertentrio mit Kreisarchivar Stephen Schröder, seinem Vorgänger Karl Emsbach und dem früheren Stadtarchivar Heinz Pankalla hatte sich nach einem entsprechenden Auftrag des Planungsausschusses intensiv mit Duisberg beschäftigt und dem Gremium seine Forschungsergebnisse vorgelegt, ohne eine Entscheidungsempfehlung abzugeben. Über Duisberg, dem sie unternehmerisches Geschick und herausragende organisatorische Fähigkeiten bescheinigen, heißt es unter anderem: „Duisberg engagierte sich (...) massiv für die Erfindung und Produktion von Giftgas im Ersten Weltkrieg. Dieser historische Befund ist unstrittig. Die Quellen belegen zudem, dass Duisberg mit dem Gaseinsatz kaum moralische Bedenken verband (...)“. Die Experten zitieren aus einem Duisberg-Brief von 1915: „Dieses Chlorkohlenoxyd ist das gemeinste Zeug, das ich kenne (...) Die einzig richtige Stelle aber ist die Front, an der man so etwas heute probieren kann“.

Neben den 203 gemeldeten volljährigen Anwohnern wurde bei der Umfrage im April auch die Eigentümerin der Wohnhäuser befragt, die aber keine Rückmeldung gegeben hat. Ihnen wurde als Information die Expertise des Expertengremiums zu Carl Duisberg zur Verfügung gestellt. Von den 203 Anwohnern haben 62 geantwortet, was einer Rücklaufquote von rund 30 Prozent entspricht – laut Verwaltung ein „sehr guter Wert“ bei solchen Umfragen. Für die Umbenennung sprachen sich sechs, dagegen 56 Anwohner aus. Für eine Tafel mit Erläuterungen zum historischen Hintergrund des Straßennamens waren vier, dagegen 49 Anwohner. Da rund 90 Prozent der teilnehmenden Anwohner gegen eine Umbenennung sind, spricht sich die Stadt für eine Beibehaltung des Straßennamens aus.

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