Straberg beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" : Straberg zeigt seinen Dorfzusammenhalt

Bei seiner Premiere als Kreissieger des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ überzeugte das Walddorf die Landes-Kommission gestern mit einer engagierten und sympathischen Präsentation seiner Gemeinschaft.

Es schüttete geradezu, als die Bewertungskommission des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ gestern Mittag in Straberg eintraf. Wie Pater Johannes Kallarackal erklärte, habe er „Gottes Segen für unser Walddorf erbeten – nur, dass es etwas viel Segen geworden ist“. Einer war froh: „Den Regen können wir gebrauchen“, sagte Landwirt Willi Welter (90), der älteste Straberger, vor dem Start der Präsentation. Anderthalb Stunden – und eine ausführliche Straberg-Rundfahrt mit dem von einem Traktor gezogenen Wagen später – bescheinigte Jury-Mitglied Gerlinde Honke-Feuerstack von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft den Strabergern: „Das haben Sie sehr schön gemacht, gerade bei dem Wetter!“

Insgesamt 44 Dörfer von Attendorn bis Xanten bereist die Jury in 17 Tagen. Gestern bildeten die Kreissieger Hülchrath und Straberg den Abschluss der ersten Bewertungswoche. Straberg machte bei seiner Premiere einen guten Eindruck, das bestätigte Waldemar Gruber von der Landwirtschaftskammer NRW, die den Wettbewerb ausführt, nach zwei Stunden Präsentation und Gespräch. „Sie konnten uns ihre Dorfgemeinschaft demonstrieren, für die sich auch junge Menschen engagieren“, lobte Gruber. Es nähmen offensichtlich alle Altersgruppen regen Anteil an der Gemeinschaft, dazu beglückwünschte der Jury-Sprecher die Straberger. Schön, dass die Wettbewerbs-Aktivitäten das Dorfleben sogar noch beflügelt hätten. Erster Beigeordneter Robert Krumbein hatte für den Einsatz der Straberger, die die Stadt gern unterstützt hat, gedankt: „Hier schlagen die Herzen für die Dorfgemeinschaft. Ihr toller Beitrag ist ein Gewinn, auch ohne einen Wettbewerbspreis.“ Auch Kreisdirektor Dirk Brügge bedankte sich für das Engagement der Straberger.

Koordinator Manfred Steiner und Moderatorin Ute Güsgen hatten der Jury vom Wagen aus die Schönheiten ihres Walddorfes gezeigt: vom Linden-Kirch-Platz über den Strabi und das Neubauviertel bis zum FC-Stadion und den Wald. Junge und etwas ältere Straberger berichteten dabei jeweils über ihren Verein oder ihre Initiative, wobei sie mit Begeisterung überzeugten. Jugendarbeit bei Schützen, Sportlern, Feuerwehr, FJS und Jugendtreff glänzte.

„Wir wollen die Schönheiten der Natur erhalten und noch mehr Gemeinschaft ermöglichen“, hatte Manfred Steiner zuvor als Ziel ausgegeben. Und dafür sind die neue „Veedelsbank“ als Kommunikations-Treffpunkt im Oberdorf und der neue knapp 500 Quadratmeter große Gemeinschaftsgarten, den eine Landwirtin zur Verfügung gestellt hat und den jetzt Straberger bewirtschaften, zwei gute Beispiele, die mehr als reine Verschönerungsaktionen sind.

Im Frühjahr hatte eine von zwei Studenten begleitete Fragebogenaktion eine mit 75 Prozent hohe Zufriedenheit der Straberger mit ihrem Ort ergeben. Allerdings soll für die Senioren mehr getan werden. Daher wird gerade der Bedarf für einen siebensitzigen „Walddorf-Bus“ ermittelt, wie Thomas Gongoll erklärte: „Wir loten gerade die mögliche Finanzierung aus.“ Der Bus, der ein Zweitauto ersetzen soll, könnte sowohl für einen Fahrdienst zum Einkaufen oder zum Seniorenkino genutzt werden wie als Gemeinschafts-Mobil und als Car-Sharing. So wirkt der Wettbewerb – unabhängig vom Erfolg – weiter.

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