Stellenplan für die Stadt Dormagen: Ohne neue Stellen droht Verzicht

Stellenplan für die Stadt Dormagen : Ohne neue Stellen droht Stillstand

Mit einem Offenen Brief hat der Verwaltungsvorstand an die Ratsmitglieder appelliert, den Stellenplan 2020 heute im Stadtrat nicht abzulehnen. Ansonsten wären die Folgen: ein Stopp für Jugendprojekte und des Zukunftsplans Schule.

Nachdem der Hauptausschuss den städtischen Stellenplans 2020 in Gänze und ohne Diskussion mit Mehrheit abgelehnt hat, entscheidet heute der Stadtrat in seiner Sitzung ab 17.30 Uhr im Ratssaal auch über die 33 von Bürgermeister Erik Lierenfeld vorgeschlagenen neuen Stellen, vor allem in den Bereichen Feuerwehr, Kitas, Soziales und Eigenbetrieb. Nun hat der Verwaltungsvorstand, dem neben Lierenfeld auch der Erste Beigeordnete Robert Krumbein und Kämmerin Tanja Gaspers angehören, in einem Offenen Brief an die Ratsmitglieder appelliert, ihre Haltung zu überdenken. „Sollte es bei der pauschalen Ablehnung des Stellenplans 2020 bleiben, hätte dies enorme Folgen für unsere Stadtverwaltung: Gesetzliche Pflichtaufgaben müssten dann weiter erledigt werden, ohne die dazu erforderlichen Stellen für Fachpersonal zu haben“, heißt es in dem Brief. Die Stellen seien „elementar wichtig, um zwingende öffentlich-rechtliche Aufgaben erledigen zu können. „Mit der Ablehnung des Stellenplans spart die Stadt nichts. Aber die Allgemeinheit und die Mitarbeiter zahlen einen viel zu hohen Preis,“ betont die Verwaltungsspitze.

Auch die Folgen einer weiteren Ablehnung werden aufgelistet: Es müsste Personal versetzt werden, um diese Pflichtaufgaben erfüllen zu können, wodurch freiwillige Aufgaben unerfüllbar würden. Als Beispiel nennt der Verwaltungsvorstand den Bereich des Kinderschutzes, für den Personal vorgehalten werden muss: „Dies wird die Folge haben, dass sozialarbeiterische Fachkräfte mit entsprechender Ausbildung aus anderen Bereichen abgezogen werden oder Projekte im Präventions- und Partizipationsbereich insbesondere bei Kindern und Jugendlichen nicht weiterverfolgt werden können.“ Das würde damit den erfolgreichen und von der Politik geforderten Bereich der Jugendpartizipation mit dem „#lifehackpolitik“-Projekt betreffen. Auch seien ohne zusätzliche Eigenbetriebs-Mitarbeiter alle neuen Hochbauprojekte ungewiss. Es müsste eine neue Arbeitsverteilung und damit neue Planungen erfolgen: „Der Zukunftsplan Schule wäre sofort Makulatur“, so die Verwaltungsführung.

Befristete Beschäftigungsverhältnisse könnten zwar Lücken schließen, seien aber nicht sehr beliebt. „Das Bild, das wir als Arbeitgeber dann nach außen abgeben, wäre verheerend. Übrigens auch für die Kolleginnen und Kollegen die aktuell bei uns arbeiten“, so die Verwaltungsspitze, die dann auf Übernahme von Anwärtern und auf Beförderungen verzichten müsste. „Wir brauchen uns dann nicht zu wundern, wenn uns Fachkräfte verlassen und wir kaum neue Mitarbeitende finden können.“ Es gehe auch um den Ruf der Stadt Dormagen als attraktiver Arbeitgeber.

Kritik am und Anregungen zum Stellenplan 2020 seien ausdrücklich erwünscht, wie Lierenfeld, Krumbein und Gaspers ausführten: „Lassen Sie uns sachlich darüber diskutieren!“ Diskussionen dürften jedoch niemals auf dem Rücken der Mitarbeiter der Stadt ausgetragen werden, so ihr Appell an die Politiker: „Als Ratsmitglieder tragen Sie Verantwortung für die Integrität und Handlungsfähigkeit der Verwaltung.“

Die Verwaltungsspitze betont, dass sich der Stellenplanentwurf bereits „auf absolute Notwendigkeiten“ konzentriere. So habe der Verwaltungsvorstand die gemeldeten Bedarfe in jedem Einzelfall kritisch geprüft und darauf hin auch neun Stellen abgelehnt. „Es gab darüber hinaus weitere Wünsche der Fachbereichsleitungen, die nach Rücksprache mit den jeweiligen Dezernenten aber gar nicht erst gemeldet wurden“, heißt es im Offenen Brief.

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