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Dormagen: Stadtrat wählt Kai Uffelmann

Dormagen : Stadtrat wählt Kai Uffelmann

Mit 25 zu 17 Stimmen wählte der Stadtrat den Ochtruper Kai Uffelmann gestern in geheimer Wahl zum neuen Ersten Beigeordneten der Stadt Dormagen. Der 38-Jährige, über dessen Wahl noch debattiert wurde, wird auch Kämmerer.

Der Ochtruper Kai Uffelmann ist Dormagens neuer Erster Beigeordneter und Kämmerer in Personalunion. Der Stadtrat wählte den gebürtigen Frankfurter gestern Abend in geheimer Wahl mit 25 zu 17 Stimmen. Uffelmann tritt damit die Nachfolge von Ulrich Cyprian an, der als Kämmerer nach Krefeld gewechselt war. Ganz reibungslos verlief die Wahl jedoch nicht. Die SPD beantragte zu Beginn der Sitzung, die Wahl des Beigeordneten zu verschieben.

"Ich freue mich sehr über die Wahl und werde diese hoffentlich heute Abend noch mit meiner Frau feiern können", gab Uffelmann gestern gegenüber der NGZ an. Von seinem Wahlsieg erfuhr der 38-Jährige per Handy aus der Dormagener Jamaika-Koalition. Uffelmann blieb der Abstimmung aufgrund "einer wichtigen Sitzung des Planungs- und Bauausschusses zur Stadtentwicklung" in Ochtrup fern, wie er auf Anfrage erklärte.

Eine Feier wollte Uffelmann von der Dauer der Ausschusssitzung abhängig machen. Als Dienstantritt für den verheirateten Familienvater in Dormagen war bisher der 1. Juli angedacht. "Wir führen darüber aktuell noch Gespräche", sagte Uffelmann.

Der Wahl vorausgegangen war eine hitzige Debatte. SPD-Fraktionsvize Nils Szuka beantragte, den Tagesordnungspunkt komplett zu vertagen. "Ich habe keine Möglichkeit bekommen, die Unterlagen aller Bewerber zu sichten", erklärte er. Ihm liege lediglich eine Liste von vorausgewählten 13 Bewerbern vor. "Ich habe in den vergangenen Wochen zwei Mal bei Dezernentin Tanja Gaspers angefragt, ob ich alle Bewerbungsunterlagen sehen könnte. Zur Antwort bekam ich, dass uns nach der Rechtsauffassung der Verwaltung alle Bewerbungen vorliegen würden", so Szuka.

"Jedes Ratsmitglied hat das Recht, die Unterlagen aller Bewerber, nicht jedoch der von Personalvermittler Kienbaum gefundenen Kandidaten einzusehen", sagte Hoffmann. Und weiter: "Bis zum Ende des Verfahrens haben 13 Bewerber ihre Bewerbung für die Stelle aufrecht erhalten." Kienbaum hatte insgesamt 283 Kandidaten aus seiner Kartei angesprochen, von denen nur 57 den formalen Kriterien der Ausschreibung entsprochen hätten.

Einzelne Fraktionsmitglieder der SPD wollen nun prüfen, "ob die Rechtsauffassung der Stadt Dormagen richtig ist", so Szuka. Jedes Ratsmitglied hätte seiner Auffassung nach die Unterlagen aller 283 Kandidaten einsehen dürfen. Er argumentiert mit einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster.

CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer warf Szuka vor, die "Sache in die Länge ziehen zu wollen". Dieser widersprach: "Das Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens ist aus unserer Sicht etwas dürftig." Man hätte sich selbst überzeugen wollen, ob nicht ein geeigneterer Kandidat dabei gewesen wäre.

(NGZ)