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Stadträtsel Dormagen: Das Geheimnis der 500 Bierflaschen

Rätsel der Stadt in Dormagen : Wo 500 Bierflaschen im Schwebezustand sind

Beim nächsten Besuch des Kreismuseums an der Schloßstraße 1 in Zons – wenn die vorübergehende Schließung der Einrichtung wegen der Corona-Pandemie wieder aufgehoben ist – sollte man einmal in die Bootshalle gehen und die Perspektive wechseln.

Den Kopf in den Nacken legen und nach oben schauen. Man wird dann überraschenderweise feststellen, dass in der Kultureinrichtung 500 grüne Bierflaschen über den Besuchern schweben. Es handelt sich um einen Kronleuchter, der mit vier Eisenketten an der Decke befestigt ist.

„Das Objekt wurde entworfen und umgesetzt von den drei Künstlerinnen Christina Wachendorff, Feli Lindtner und Andrea Weiner“, erklärt Anna Karina Hahn, die Leiterin des Kreismuseums in Zons. Es handelt sich um ein Exponat aus der Ausstellung „Du Flasche! Deine Vergangenheit – deine Zukunft“, die von Januar bis April 2014 in Zons zu sehen war. „Als Museum für angewandte Kunst und Kunsthandwerk hatte sich das Kreismuseum damals weniger dem Inhalt als der Gestaltung der Bierflaschen gewidmet“, betont Anna Karina Hahn. Gezeigt wurden vor sechs Jahren historische Bierflaschen und Entwürfe für zukünftige Bierbehältnisse. Ein Hingucker waren dreidimensionale Visualisierungen des Berufskollegs für Glas, Keramik, Grafik- und Mediendesign des Landes Nordrhein-Westfalen. Beim Blättern im Ausstellungskatalog staunt man über die Kreativität der Auszubildenden und Lehrer der staatlichen Glasfachschule in Rheinbach: Bierflaschen in Form von Gartenzwergen, Handgranaten, Fußbällen und Parfümflakons. Außerdem waren damals künstlerische Installationen mit Bierflaschen zu sehen.

Der Kronleuchter von Wachendorff, Lindtner und Weiner besteht aus einer runden Aluminumkonstruktion. Eine Flasche hängt in der Mitte und 499 Flaschen bilden drumherum zwölf konzentrische Kreise. Es handelt sich um Langhals-Flaschen für 0,33 Liter. Da jeder leere Glasbehälter 240 Gramm wiegt, beträgt allein das Gesamtgewicht der verwendeten Flaschen 120 Kilogramm. „Die Besucherinnen und Besucher der damaligen Ausstellung waren von dem ungewöhnlichen Objekt so begeistert, dass wir das Kunstwerk hinterher gekauft haben und es seitdem unsere Bootshalle schmückt“, sagt Anna Karina Hahn.