Dormagen: Stadt will Rheinturm in Zons öffnen

Dormagen: Stadt will Rheinturm in Zons öffnen

Das Stadtmarketing und die Wirtschaftsförderung versprechen sich von einer Öffnung, die auch den Blick von der Dachterrasse erlauben würde, eine weitere Attraktivierung der Zonser Altstadt.

Die Anstrengungen, die ohnehin sehens- und erlebenswerte Zonser Altstadt noch attraktiver zu machen und dabei den Rheinturm einzubinden, sind nicht neu. Jetzt gibt es einen erneuten Vorstoß, der dieses Mal nicht von Vereinsseite aus gestartet wird, sondern von offizieller Seite kommt: Die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) plant, die Aussichtsplattform begehbar zu machen - und damit den gesamten Rheinturm.

SWD-Geschäftsführer Michael Bison ist jedenfalls begeistert von dieser Möglichkeit, denn: "Der Blick von dort oben über Zons und auf den Rhein ist einfach toll. Eine solche Möglichkeit gibt es noch nicht in Zons." Fünf Etagen stehen mit Flächen von jeweils 35 bis 40 Quadratmetern zur Verfügung, "die man gut nutzen kann". Bison denkt dabei an kleine Ausstellungen zum Thema Ritter oder Mittelalter. "Aber auch Trauungen könnten dort stattfinden." Klar ist dem Wirtschaftsförderer aber auch, "dass man schon Geld in die Hand nehmen muss, um den Rheinturm nutzbar zu machen". Dafür werde ein Nutzungskonzept benötigt. Vor fast sieben Jahren hatte sich die Stadt schon einmal etwas konkreter mit dem Rheinturm befasst. Damals war von der Übernahme des Turms, der Eigentum der Kirchengemeinde St. Martinus Zons ist, die Rede und von Sanierungskosten in Höhe von 55.000 Euro, die heute wahrscheinlich noch höher ausfallen dürften.

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Stephen Schröder, Leiter des Kreisarchivs in Zons, hatte zum Geburtstag des Rheinturms, der vor vier Jahren 625 Jahre alt geworden war, aus der Geschichte erzählt. Als kurkölscher Schutz- und Zollturm 1388 errichtet, hatte das 26 Meter hohe Wahrzeichen von Zons zunächst die Aufgabe, den Einfluss des Kölner Erzbischofs und Zonser Stadtgründers Friedrich von Saarwerden auch mittels des Rheinzolls zu stärken. 1802 wurde der Rheinturm privatisiert, war dann lange Jahre - mit kurzen Unterbrechungen - in der Hand von Ordensgemeinschaften und ist heute im Besitz der Kirche.

Der Vorstoß der SWD ist im Rahmen eines Gesamtpakets zu sehen, das bei den Zonser Kultur- und Heimatvereinen sehr umstritten ist: die Verlagerung der Tourist-Info ins Kreismuseum. Damit will die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Synergieeffekte heben. Zum einen könnten Kosten gespart werden, zum anderen könnten Touristen ihren Besuch in der Tourist-Info gleich mit dem einer der laufenden Ausstellungen verbinden. Davon wollen die Vereine nichts wissen. Sie halten den jetzigen Standort am Eingang der Altstadt (in der Nähe des Schweinebrunnens) für ideal und demgegenüber den des Kreismuseums mit seinem zurückliegenden Eingang für nachteilig. Auch ein "Abschieben" der Vereine in den Rheinturm, wie sie es nennen, komme für sie nicht in Frage. Für die Immobilie der Tourist-Info käme, so die Ansicht der SWD, eine gastronomische Nutzung mit Angeboten für größere Reisegruppen in Frage.

(schum)