Dormagen: Stadt will mehr Energie sparen

Dormagen : Stadt will mehr Energie sparen

Im Januar hat die Stadt Dormagen ihren "European Energy Award" in Silber in Empfang genommen. Jetzt nimmt das Energieteam "Gold" ins Visier. Dazu muss noch viel passieren. Die NGZ erklärt, wie die Stadt Energie sparen will.

Wenn ein erstes Ziel schon auf halbem Wege erreicht wird, scheint die Richtung zu stimmen. Die Stadt Dormagen jedenfalls hat schon nach gut der Hälfte ihres auf vier Jahre angelegten Energiespar-Programms bescheinigt bekommen, in Sachen Umweltschutz gut unterwegs zu sein. "Wir haben schon nach zwei Jahren geschafft, 57 Prozent der möglichen Punktzahl zu sammeln und damit den European Energy Award in Silber erhalten", sagt Energieteam-Leiterin Anna Janoschka.

Gelobt wurden bei der Preisverleihung in Bottrop das Engagement bei der Solarenergie, der schon seit fast 15 Jahren existierende Solarstammtisch, aber auch die energiesparende Straßenbeleuchtung oder das StadtBus-System. Anna Janoschka hat aber schon das nächste Ziel im Blick: "Wir wollen in die Nähe der 75-Prozent-Marke kommen und Gold anstreben." Sie weiß: "Dazu müssen wir noch viel tun." Auf sechs Handlungsfeldern sieht die Stadt Verbesserungspotenzial:

Entwicklungsplanung/Raumordnung Der neue Flächennutzungsplan (die NGZ berichtete) wird das Thema Klimaschutz stärker beachtet. Auch der Flächenverbrauch bei Bauvorhaben soll sinken.

Kommunale Gebäude/Anlagen Hier geht es um die vollständige energetische Erfassung der städtischen Gebäude, die nach und nach beispielsweise bessere Dämmungen für Dächer und Fassaden bekommen. An den Schulen sollen Energiesparleuchten den Stromverbrauch senken. "Für diese Verbesserungen stehen pro Jahr 35 000 Euro zur Verfügung", sagt Dezernentin Tanja Gaspers. "Das ist eines der Felder, in denen wir den größten Handlungsbedarf sehen."

Ver- und Entsorgung In diesem Bereich sind evd, Technische Betriebe und SVGD gefragt. Das Spektrum reicht von der Verbesserung der Verbrauchsdaten der Kläranlage in Rheinfeld durch effizientere Gebläse bis zur erweiterten Nutzung von Nahwärme und Solarenergie.

Mobilität Das bestimmende Thema 2011 ist der neue Bahnhof, der eine Fahrradstation erhalten soll. Die Lücken im Radwegenetz werden geschlossen, und alle Neubaugebiete, etwa Zons-West und Malerviertel, zügig an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen.

Interne Organisation Dabei sind die Verwaltungsmitarbeiter am Zuge. Hinterfragt wird in speziellen "Energiesparwochen" der Umgang mit dem Rechner, mit Heizung und Lüftung. "Wir erfassen die Daten fortlaufend", sagt Anna Janoschka. Geachtet wird auch auf eine "energieeffiziente Beschaffung" von neuen Geräten und Material.

Kommunikation Die Stadt will im Internet eine Energieplattform schaffen, den Solar-Stammtisch pflegen und unter anderem Ende Februar eine neue Infomappe zur Gebäudemodernisierung für Hauseigentümer präsentieren.

(NGZ)
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