Dormagen: Stadt will beim Service sparen

Dormagen : Stadt will beim Service sparen

Die Öffnungszeiten im Bürgeramt sollen gekürzt, die Verwaltungsnebenstelle in Nievenheim ganz geschlossen werden. Im Hauptausschuss entscheidet sich, für wie viel Bürgerservice die Stadt noch Geld ausgeben will.

Die Sparvorschläge im Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) schlugen vor gut einem Jahr heftig ein. Angesichts der prekären Haushaltslage haben sie nicht an Aktualität eingebüßt.

Im Gegenteil: Der Hauptausschuss berät am Dienstag Kürzungen beim Bürgerservice. In dem Beschlussvorschlag der Verwaltung heißt es: "Unter Bezugnahme auf die Auswertung (...) des GPA-Berichts (...) werden: a.) die Vewaltungsnebenstelle Nievenheim sowie die Sprechstundenangebote in Hackenbroich und Gohr spätestens zum 30. 06. 2012 aufgegeben; b.) die Öffnungszeiten des Bürgeramtes an den Tagen Mittwoch und Freitag auf jeweils 13.30 Uhr begrenzt."

Nur ein Anliegen pro Stunde

In der Begründung der GPA heißt es: "Die Reduzierung der Öffnungszeiten erhöht den Zeitkorridor der Mitarbeiterinnen für nötige Nacharbeiten." Die Einführung des neuen elektronischen Personalauweises (...) habe diese Situation aktuell erheblich verschärft. Die Reduzierung der Öffnungszeiten lasse einen Abbau von fünf Personalstunden pro Woche zu. In Nievenheim und Hackenbroich verursache die Technikausstattung hohe Kosten; zudem könne eine Stelle eingespart werden, dies entspreche einem Potenzial von 74 700 Euro.

Ganz reibungslos wird die Diskussion wohl nicht über die Bühne gehen. Der Nievenheimer CDU-Ratsherr Heinz Hahn will zunächst geklärt wissen, ob die Nebenstelle nicht im Vertrag der kommunalen Neugliederung festgeschrieben sei. Das meint auch Dietrich Krueger, Fraktionschef der Bürger für Dormagen (BfD). Er findet dennoch, dass die Schließung überfällig wäre. Auch die Kürzungspläne im Bürgeramt kann Krueger nachvollziehen.

"Das Bürgeramt leistet eine vorbildliche Arbeit, aber der Service muss auch bezahlbar sein", sagt der BfD-Fraktionschef. Zwiegespalten ist auch Bernhard Schmitt: "Wenn eingespart wird und dabei Qualitätseinbußen entstehen, ist das nicht intelligent." Dennoch kann Schmitt die Argumentation der GPA nachvollziehen: Wenn in Nievenheim 75 000 Euro eingespart werden, sei das eine nicht unerhebliche Summe.

Stadtsprecher Harald Schlimgen erklärt weitere Gründe: "Die Verwaltungsnebenstelle in Nievenheim hat 14,5 Stunden geöffnet, in der Zeit gibt es durchschnittlich 15 Anliegen." Tendenz sinkend. Ähnlich sieht es in Hackennroich und Gohr aus. Hinzu kommt, dass der Raum in Nievenheim an das Jobcenter vermietet werden könnte. Schlimgen verspricht: "Für ältere Bürger, die schwer nach Dormagen kommen, werden wir eine Lösung finden."

(NGZ/rl)
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