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Dormagen: Stadt: Standortfrage Bad ist entschieden

Dormagen : Stadt: Standortfrage Bad ist entschieden

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann reagiert auf die aus Nievenheim forcierte Diskussion um den Standort für ein neues Hallenbad: Aus planerischen und finanziellen Gründen ist die Stadtmitte ohne ernsthafte Alternative.

Die Rathausspitze hält an dem von ihr favorisierten Standort für einen Hallenbad-Neubau an der Robert-Koch-Straße fest. Alternative Standorte in Nievenheim, die von dortigen Ortspolitikern ins Gespräch gebracht werden, seien vor allem aus Kostengründen nicht umsetzbar. Ihre Haltung, das machten Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Kämmerer Kai Uffelmann gestern in einer Stellungnahme deutlich, werden sie auch gegenüber den Ratsmitgliedern deutlich machen. Hoffmann: "Für mich ist die Standortfrage mit dem Bürgerentscheid entschieden."

Seit dem Bürgerentscheid vor zwei Wochen steht fest, dass die beiden städtischen Hallenbäder nicht saniert werden und erhalten bleiben. Sofort entbrannte eine Diskussion um den möglichen Standort: in der Stadtmitte, wie die meisten Politiker sagen, oder doch in Nievenheim, um auch ein geographisches Gleichgewicht der Bäder in Dormagen zu erreichen. Warum das Gelände an der Robert-Koch-Straße aus Sicht der Verwaltung nach wie vor der richtige Standort ist, erklärt Kämmerer Uffelmann: "Dort haben wir die höchste Wohndichte im Umfeld, die größtmögliche Nähe zu Schulen und optimale Verkehrsanbindungen." Darüber hinaus biete dieser Standort "die Gewähr, den Neubau zeitnah auf der Basis der vorhandenen Kostenkalkulationen verwirklichen zu können". Bei dem Alternativstandort Nievenheim, den die Ortsverbände der CDU und SPD forderten, wäre dies nach Auffassung der Verwaltung nicht gesichert. "Das dort vorhandene Hallenbad-Gelände reicht für den wesentlich größeren Neubau mitsamt zusätzlichen Parkplätzen nicht aus", sagt Uffelmann. Auch andere Areale — an der Gesamtschule oder im Neubaugebiet Nievenheim IV —kommen nicht in Fragen: "Dort besteht derzeit weder das Planungsrecht noch die nötige Erschließung", sagt Uffelmann. "Wenn uns einer dieser Standorte überhaupt von der Bezirksregierung genehmigt würde, müssten wir mit erheblichen zeitlichen Verzögerungen rechnen, die wir uns jedoch in Anbetracht des Bauzustands der Bäder nicht leisten können." Das Gleiche gelte für den von der CDU Nievenheim diskutierten Standort am Nievenheim-Straberger See. Dort ist bisher überhaupt keine Infrastruktur für ein Hallenbad vorhanden. Ein weiteres Argument aus Sicht der Verwaltung: Die vorliegenden Kostenkalkulationen für den Neubau müssten bei der Wahl eines Alternativstandorts ebenfalls noch einmal überprüft werden. "Dort wird es durch zusätzlichen Erschließungsaufwand oder den erforderlichen Grunderwerb auf jeden Fall teurer", so Uffelmann. Bei einem Neubau in Nievenheim statt Dormagen fielen mehr als 10 000 zusätzliche Schülertransporte zum Schwimmunterricht an. Die Verwaltung ist mit ihrer Empfehlung für den Standort Dormagen-Mitte den Ergebnissen des Bädergutachtens aus dem Jahr 2009 gefolgt. Der Gutachter Altenburg hatte den Standort Dormagen-Mitte mit zehn von zwölf möglichen Punkten bewertet, den Standort Nievenheim mit sechs Punkten .

Die Verwaltung hält die Standort-Diskussion für fragwürdig. Bürgermeister Hoffmann: "In unseren Stimmempfehlungen war klar von einem Neubau am Standort Dormagen die Rede. Die Gegner haben sich dagegen für den Erhalt eines Hallenbades auch in Nievenheim stark gemacht. Wenn jetzt die Faktengrundlage für den Bürgerentscheid noch einmal neu diskutiert werden soll, stellt sich die Frage, warum die Bürger überhaupt zur Urne geschritten sind."

(NGZ/ac)