Dormagen: Stadt spart Energie - aber Kosten steigen

Dormagen: Stadt spart Energie - aber Kosten steigen

94 Gebäude bewirtschaftet der städtische Eigenbetrieb derzeit. Größter Verbraucher bei Energie und Wasser sind die Schulen. In den vergangenen zehn Jahren sind die Kosten in diesen Bereichen um über 570 000 Euro gestiegen.

In ihren Bemühungen, Energie- und Wasserverbrauch und damit die Kosten für den Unterhalt städtischer Immobilien zu senken, wird die Stadt gebremst. Wie der neue Energiebericht darlegt, heben die zunehmende Technisierung und der Ganztagsbetrieb bei Schulen die erreichten Einsparungen teilweise wieder auf. Dazu kommen steigende Energiekosten. Trotz immenser Einsparungen, gibt die Stadt 570 000 Euro mehr für Energie und Wasser aus als vor zehn Jahren. Im September befasst sich die Politik mit dem Energiebericht, der in der Sitzung des Eigenbetriebsausschusses in der Vorwoche aus Zeitgründen bis dahin vertagt wurde.

Der inzwischen vierte Energiebericht, den der Eigenbetrieb jetzt der Politik vorlegte, zeichnet ein klares Bild: Die Stadt Dormagen spart bei ihren Immobilien Energie- und Wasser ein. Durch Sanierungen und neue Anlagen sinkt der Verbrauch. Seit 2003 wurden rund 300 000 Kilowattstunden Strom eingespart, der Verbrauch damit auf etwa 3,8 Millionen Kilowattstunden gesenkt. "Gerade beim Strom gab es eine enorme Preissteigerung", sagt Uwe Scheler. Die Kosten für den Stromverbrauch stiegen im Vergleich zu 2003 im Jahr 2012 um annähernd 175 000 Euro.

Der von Scheler verantwortete Eigenbetrieb der Stadt Dormagen kümmert sich um insgesamt 94 städtische Immobilien, bei den meisten übernimmt das Tochterunternehmen auch die Energie- und Wasserversorgung. "Routinemäßig modernisieren wir jährlich zwei bis drei veraltete Heizungsanlagen", erklärt er. Wo Arbeiten an einer Fassade oder Fenstern bei städtischen Gebäuden anstünden, würden Möglichkeiten zur energetischen Ertüchtigung gleich berücksichtigt. "Was auf der einen Seite an Kosten eingespart wird, hebt sich durch steigende Bezugspreise jedoch teilweise wieder auf", macht Scheler deutlich. Darüber hinaus stellt der Eigenbetrieb von besonders teuren auf günstigere Energien um. "So haben wir den Flüssiggasverbrauch komplett eingestellt", erklärt er.

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Größter Energie- und Wasserverbraucher unter den städtischen Immobilien sind die Schulen. Die 25 Schulgebäude nehmen 62,29 Prozent der vom Eigenbetrieb bewirtschafteten Gebäudeflächen ein. Im Energiebericht sind für alle Schulgebäude die Verbrauchszahlen für Energie und Wasser pro Quadratmeter aufgelistet. Der OGS-Teil der Grundschule Rheinfeld sticht im aktuellen Energiebericht bei den Verbrauchswerten deutlich hervor. "Wir werden hier noch einmal recherchieren, woran das liegt und den Ausschuss im September informieren", sagt Scheler.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Umstellung auf den Offenen Ganztag die Energiekosten in die Höhe treibt. "Besonders da, wo Mensaküchen in Betrieb sind, wird natürlich viel mehr Energie verbraucht als noch zuvor", macht der Eigenbetriebsleiter deutlich. Auch der Umstand, das immer mehr Schulen internetfähige Computer in großer Zahl nutzen, steigert den Energieverbrauch.

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbereich der Stadt sollen in Zukunft neue Anreize geschaffen werden, damit Schulen und Kitas auch weiterhin Energie sparen. "Dabei werden wir sicher auch durch den neuen Klimaschutzmanager unterstützt", hofft Scheler. Die Planungen dazu laufen bereits.

(NGZ/ac)
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