Dormagen: Stadt soll um Familien werben

Dormagen : Stadt soll um Familien werben

Bei der ersten Zukunftswerkstatt der CDU zum Thema Wohnen wurde eines auch klar: Die Stadt muss offenbar stärker als bisher mit ihren Stärken werben, aber ein Stadtmarketing wurde von den Teilnehmern vermisst.

Weniger Menschen, die zudem den Altersdurchschnitt heben — wie soll die Wohnungswirtschaft auf diese Aussicht Dormagens in den kommenden Jahren und Jahrzehnten reagieren? Aus Sicht der CDU müssen Konzepte her, an denen sich alle Akteure, die sich mit dieser Thematik befassen, beteiligen. Ein Netzwerk also, um die sich abzeichnenden Probleme zu beherrschen.

Mit einer Zukunftswerkstatt "Wohnungswirtschaft" hat die CDU einen ersten Aufschlag in der Kulturhalle hingelegt. Ein Ergebnis: Die Stadt braucht ein Marketing, um ihre Stärken besser zu verkaufen, forderte Ratsmitglied Reinhard Hauschild. "Dormagen ist durch Grünflächen, niedrige Gebühren und durch ausreichend Kitaplätzen attraktiv."

Als Gäste hatten die Initiatoren, die beiden CDU-Ratsherren André Heryschek und Jo Deussen, Stadtplaner Gregor Nachtwey sowie Martin Klemmer von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft eingeladen. Nachtwey erklärte vor rund 30 Zuhörern die Rahmenbedingungen: Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans, der sich dem künftigen Regionalplan anpasst.

Genau dort liegt ein Knackpunkt. Einig waren sich alle, dass Dormagen neue Flächen benötigt, um Wohnungen bauen zu können, damit dort junge Familien aus dem Umland ein neues Zuhause finden. "Die Bezirksregierung argumentiert aber, dass zunächst Baulücken in der Stadt geschlossen werden", so Heryschek. "Daher haben wir ein Interesse an einer zügigen Innenverdichtung, um dann den weiteren Bedarf nachweisen zu können."

Interessante Einblicke gab Martin Klemmer. "Nur zukunftsfähige Wohnungen können am Markt platziert werden", sagte der Vorstand der Baugenossenschaft. So sehen die Wohntrends der Zukunft aus: die Ausstattung wird immer wichtiger; Senioren-Wohnungen werden technischer; energetische Standards gewinnen an Bedeutung; es wird Wohnen mit integriertem Arbeitsplatz nachgefragt; das Bad wird zum Wellnessort. Für Jo Deussen ist ein Wohnungsnetzwerk wie es seit Jahren in Karlsruhe besteht, ein Lösungsansatz. Ein entsprechender Antrag wurde im Rat gestellt. "Über ein Netzwerk kann präventiv gehandelt werden, wenn Menschen Probleme mit Wohnung oder Miete bekommen."

Forums-Teilnehmer Dr. Nikolaus Wiesenberger wies auf die besondere Lage von Dormagen zwischen den beiden Oberzentren Köln und Düsseldorf hin. "Wir benötigen Wohnbauflächen, damit sich junge Familien hier ihren Traum vom preiswerten Eigenheim verwirklichen können."

(NGZ/rl)
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