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Dormagen: Stadt soll für Therme zahlen

Dormagen : Stadt soll für Therme zahlen

Die Römertherme müsse schließen, falls sich die Stadt künftig nicht an den Kosten für das Bad beteiligt, sagt der TSV Bayer Dormagen. Bayer will die Finanzlöcher im Freibad nicht mehr allein in bisheriger Höhe stopfen.

Rund um die Römertherme läuten die Alarmglocken. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal besonders schrill. Denn das Bad steht, zumindest in heutiger Gestalt, vor dem Aus: "Sollte es keine finanzielle Unterstützung des Bayer-Konzerns geben und auch seitens der Stadt keine Beteiligung möglich sein, so wird dem Verein nur die Schließung bleiben", heißt es in einem Brief, den Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann vor Wochen vom TSV erhielt. Gestern bestätigte TSV-Präsident Karl-Josef Ellrich: "Der Verein kann das Bad nicht kostendeckend betreiben. Wenn es keine Kooperation zwischen uns, der Stadt und Bayer gibt, wird es die Römertherme in Zukunft nicht mehr geben."

Viel Zeit zur Rettung bleibt nicht. Denn der Bayer-Konzern, der bisher das Freibad-Defizit in Höhe von etwa 400 000 Euro pro Jahr ausgeglichen hat, "wird und kann die Lücke in dieser Größenordnung nicht mehr stopfen", so Bayer-Sportkoordinator Jürgen Beckmann. Offenbar macht der Konzern eine Kostenbeteiligung der Stadt "für ihr einziges, öffentlich genutztes Freibad" zur Bedingung fürs eigene, weitere Engagement. Schon 2002 stand das Bad vor dem Aus. Damals gelang es, Bayer umzustimmen, die Römertherme wurde aber dem Verein übertragen — einschließlich Personal und Folgekosten. Die Stadt lehnte die Übernahme damals ab.

"Die Stadt weiß, welcher Betrag nötig ist, um das Bad mit uns gemeinsam weiterzuführen", sagt Beckmann. Die Signale aus dem Rathaus seien positiv, aber "wenn die Stadt sagt, sie kann das nicht leisten, dann müssen wir über ein Worst Case-Szenario sprechen." Bei der Beteiligung der Stadt gehe es um einen "sechsstelligen Betrag", sagt Dezernent Gerd Trzeszkowski, der bestätigt, dass Stadt und Verein eine Lösung suchten. Eine Arbeitsgruppe der Verwaltung beschäftige sich momentan damit, Gesamtbedarf fürs Schul- und Vereinsschwimmen zu ermitteln, um diesen der Politik vorzulegen. "Angesichts unserer finanziellen Situation können wir Zuschüsse in dieser Höhe nicht einfach gewähren". Die Stadt will aber auch die Kosten für die Römertherme hinterfragen. "Man muss schauen, welche Minimierungsmöglichkeiten da bestehen." Eine Schließung des einzigen Dormagener Bades mit 50 Meter-Becken, das Anforderungen des Schwimmleistungssports genügt, fände Trzeszkowski bedauerlich.

CDU-Fraktionschef und SVGD-Aufsichtsratschef Wiljo Wimmer sagt: "Wir werden das Thema Römertherme im Kontext des Bäderkonzepts diskutieren und in die Haushaltsberatungen mit einbeziehen." Dass die Stadt einen sechsstelligen Betrag stemmen könnte, hält er für "mehr als schwierig."

(NGZ)