Dormagen: Stadt schiebt Silbersee-Entwicklung an

Dormagen: Stadt schiebt Silbersee-Entwicklung an

Den großen "Schatz am Silbersee" will Dormagen jetzt voranbringen. Ein Fachbüro aus Aachen erarbeitet ein Strukturkonzept und stellt es im Planungsausschuss vor. Eine wichtige Rolle spielt der Anschluss Delrath.

Viele Jahre tat sich nichts rund um den Silbersee. Jetzt nimmt die Entwicklung des größten Gewerbegebietes, das Dormagen zu bieten hat, Fahrt auf. Das von RWE Power beauftragte Fachbüro BKR in Aachen hat den Auftrag bekommen, ein Strukturkonzept für das rund 52,6 Hektar große Areal aufzustellen. Den ersten Entwurf wird es den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses am 17. April vorstellen. Das Entscheidende dabei ist, so verdeutlicht es der Leiter der Dormagener Stadtplanung, Gregor Nachtwey, "eine sinnfällige Entwicklung mit Zuschnitten, die vieles ermöglicht".

Denn noch ist völlig unklar, wie viele und welche Unternehmen einmal am Silbersee ihr Domizil beziehen wollen, ebenso welche Ansprüche sie stellen und welche Wünsche sie äußern. Immerhin gibt es einen großen "Baustein", mit dem die Stadt sowie der enge Partner, Grundstückseigentümer RWE Power, ins Rennen gehen: Der Logistik-Riese DHL will mit einem neuen Paketzentrum an den Silbersee. Die Rede ist von einer Fläche von 14 Hektar und von 600 Arbeitsplätzen. Auch wenn es sich erst einmal "nur" um eine Absichtserklärung handelt, so spielt der Ansiedlungswunsch eine wichtige Rolle in dem neuen Strukturkonzept. Diese Planung soll so ausgelegt sein, dass vieles möglich sein soll auf den 52,6 Hektar.

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Als potenzielle Erweiterungsfläche kommt noch einmal fast die gleiche Fläche hinzu, die im Bereich des Stüttger Hofes liegt. Im Unterschied zu einer Wohnbeauplanung, erklärt Nachtwey, bei der Wohntypen, die Infrastruktur mit Straßen oder Kanälen festgelegt sind, sieht es bei einem Gewerbegebiet solcher Dimension anders aus: "Die Unternehmen haben sehr unterschiedliche Vorstellungen." Daher muss dieses Strukturkonzept so flexibel aufgestellt sein, dass Betrieben mit einem hohen Flächenverbrauch (zum Beispiel aus der Logistikbranche) Areale ab fünf Hektar angeboten werden können. Daneben geht es aber auch um einen Mix, das heißt, auch kleinere Gewerbebetriebe, denen Grundstücke von ein bis drei Hektar genügen, sollen dort ebenso berücksichtig werden. Wichtig, so betont Nachtwey, ist dabei, "das Areal so zu gestalten, dass es keinen großen Flächen-Verschnitt gibt". Eine Aufgabe für das Aachener Fachbüro, die das Areal "clustern" bzw. "würfeln" soll.

Dieses Strukturkonzept soll die Grundlage für ein Bauleitplanverfahren sein und ein Vorentwurf für die Beteiligung der Öffentlichkeit. An der Gesamtplanung sind eine Reihe von Akteuren beteiligt. Denn es geht um eine Planung, die an einigen Stellen voneinander abhängig ist. Beispiel Autobahnanschluss: Im Bebauungsplanverfahren für den Silbersee ist auch die verkehrliche Anbindung enthalten. Das bedeutet, dass dieses Planverfahren erst aufgenomen werden kann, wenn für den Autobahnanschluss Delrath der Planfeststellungsbeschluss vorliegt. "Vieles läuft parallel", so Nachtwey. Das gilt auch für die Vermarktung. Der Anschluss schafft eine neue Verbindungsstraße zwischen Zinkhüttenweg, der A 57 und Allerheiligen. Das Plangebiet ist über den Zinkhüttenweg an die B 9 angebunden.

(schum)