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Dormagen: Stadt sammelt Sparvorschläge

Dormagen : Stadt sammelt Sparvorschläge

Das Haushaltssicherungskonzept der Stadt fordert auch von den Bürgern Dormagens Entbehrungen. Welche Auswirkungen die Sparpläne haben, darüber informierte die Verwaltung jetzt im Leibniz-Gymnasium.

Vielleicht wird der Inhalt des grauen Kastens frische Ideen zu Tage spülen. Die Verwaltung hatte die Kiste im Pädagogischen Zentrum des Leibniz-Gymnasiums aufgestellt, um Bürgerideen zu sammeln, wie die Stadt die Sparmaßnahmen im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts zumindest ein wenig entschärfen kann. Fragen, so viel wurde jetzt bei der öffentlichen Veranstaltung klar, gibt es viele.

Gewerbegebiete, wie hier an der Ottostraße, werden knapp. Foto: Jazyk, Hans

Zunächst versuchte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann in einer Ansprache den Ernst der Lage zu verdeutlichen. "Wir sind verpflichtet, innerhalb von zehn Jahren das Defizit auszugleichen", so Hoffmann.

Nutzungsentgelte für ihre Anlagen drohen Vereinen wie dem SSV Delrath. Foto: Staschik, Olaf

Jedes Jahr neun Millionen Euro muss die Stadt tilgen. Der Bürgermeister hofft, dass der Rat in seiner nächsten Sitzung am 6. November eine Entscheidung treffen kann, die dem Landrat vorgelegt werden kann. Die Stadt setzt dabei auf drei Säulen: Reduzierung der Aufwendungen, Ertragssteigerung, Reduzierung der Defizite der kommunalen Tochtergesellschaften.

Eine große Problematik ist dabei der viel beschworene demografische Wandel. Kämmerer Kai Uffelmann verdeutlichte einmal mehr, dass die Zahl der bis 18-Jährigen von derzeit rund 7000 auf unter 5000 im Jahr 2025 schrumpfen wird. Einschnitte wird es etwa im Sportbereich geben (die NGZ berichtete). Uffelmann sprach von einer "Abkehr von der Vollversorgung". Nachdem aus der Vereinslandschaft Kritik an geplanten Nutzungsentgelten für Anlagen laut geworden war, sagte der Kämmerer: "Dazu gibt es im Moment keine Alternative. Die Stadt aus der Misere ziehen soll etwa eine Steigerung der Gewerbesteuereinanhmen. Sie sollen von derzeit rund 22 Millionen auf 30 bis 45 Millionen Euro gesteigert werden.

Funktionieren könne dies nur über neue Gewerbegebiete. Uffelmann sagte dazu: "Das Gelände am Silbersee", das derzeit als möglicher Standort diskutiert wird, "wird dafür nicht ausreichen." Bürgermeister Hoffmann erklärte in dem Zusammenhang, dass er sich auch weiterhin um das umstrittene Gewerbegebiet Am Kohnacker bemühen werde. Kritische Stimme aus der Zuhörerschaft wurden laut: Mit der Ansiedlung von Logistik-Unternehmen lasse sich kein Geld verdienen, sagte ein Zuhörer.

Ein anderer Zuhörer forderte, dass die Stadt auch weiterhin den Zuzug junger Familien fordern solle. Kultur und Bildung spielten eine wesentliche Rolle. Auch die Rolle des Kreises trieb einen Zuhörer um: "Wie können wir es verhindern, dass die Kreisumlage immer weiter zu unseren Lasten steigt?"

Antworten auf Bürgerfragen des Abends und in der grauen Tonne will die Stadt in den kommenden Tagen geben.

(NGZ/rl/jco)