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Dormagen: Stadt prüft Immobilien-Verkauf

Dormagen : Stadt prüft Immobilien-Verkauf

Die Verwaltung erstellt eine Liste mit entbehrlichen städtischen Gebäuden. Irritationen wie bei der Diskussion um den Verkauf des Alten Bahnhofs Nievenheim sollen verhindert werden. Werden sich verborgene Schätze finden?

Die Bürgerhaus in Gohr hat seine besten Zeiten hinter sich. In dem Backsteingebäude, wo einst reges Vereinsleben pulsierte, hat längst der Verfall eingesetzt. Lieber heute als morgen würde die Stadt die Immobilie verkaufen — die heute nur noch Kosten produziert.

Heiße Diskussionen sind um den Verkauf des Alten Bahnhofs Nievenheim entbrannt. Foto: H. jazyk

Auch anderswo im Stadtgebiet stehen entbehrliche Gebäude, die derzeit in einer Liste zusammengestellt werden. "Der Hintergrund ist, dass einige Ratsmitglieder überrascht waren von den städtischen Plänen, den Alten Bahnhof Nievenheim zu verkaufen", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer, der die Liste angeregt hatte.

Dass verborgene Schätze gehoben werden, glaubt Wimmer zwar nicht, aber: "Es kann sein, dass bestimmte Dinge anders strukturiert werden können." Das Problem der Stadt sind ohnehin nicht versteckte Werte, sondern die Miesen, die die Immobilien produzieren.

Bereits vor Jahren hatte die Verwaltung eine Liste mit rund 200 Grundstücken erstellt. "Zum Teil verpachtetes und verkauftes Bauland, Gartenland, landwirtschaftliche Flächen; selbst Kleinstflächen wie Grünstreifen", erklärt Stadtsprecher Harald Schlimgen. Die Liste sei seitdem aktualisiert worden — und soll nun, ergänzt um die Immobilien der Technischen Betriebe und des Eigenbetriebs, im Juli dem Hauptausschuss vorgestellt werden. Schon jetzt werden in der Politik Stimmen laut, das kostentreibende Tafelsilber zu veräußern.

"Aufgaben, wie die Vermietung von Gebäuden für gewerbliche Zwecke, zum Beispiel Gaststättenbetrieb, gehören nicht zu den städtischen Aufgaben", sagt FDP-Fraktionschef Karlheinz Meyer, der den CDU-Vorschlag begrüßt. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Koch meint: "Je mehr sachfremde Aufgaben eine Stadt sich zumutet, desto höher steigen auch die Steuer- und Abgaben, die wiederum den Bürgern aufgelastet werden."

In eine ähnliche Kerbe schlägt Dietrich Krueger von den Bürgern für Dormagen (BfD). Er nennt beispielhaft das Gebäude, in dem die Cafeserie Lemke untergebracht ist. Für die Immobilie habe es in der Vergangenheit einen Interessenten gegeben, heute produziere es Kosten für die Stadt.

Auch für den Alten Bahnhof hat Krueger eine Idee: "Die Delrather Vereine sollten das Gebäude für einen Euro pachten und für den Unterhalt aufkommen." In anderen Stadtteilen werde dieses Modell auch schon praktiziert. Andernfalls müsse die Immobilie aus seiner Sicht verkauft werden. SPD-Fraktionschef Bernhard Schmitt mahnt an, die Vereine nicht auszugrenzen. Für den Alten Bahnhof könnte es zu spät sein. Die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten sein.

(NGZ)