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Dormagen: Stadt kann höhere U3-Quote nicht erfüllen

Dormagen : Stadt kann höhere U3-Quote nicht erfüllen

Dormagen wird im Sommer die landesweit angestrebte U 3-Betreuungsquote von etwa 32 Prozent leicht erfüllen. Sie muss aber zunächst von ihrem eigenen Anspruch – 41 Prozent – abrücken, weil die Umbauten nicht fertig werden.

Dormagen wird im Sommer die landesweit angestrebte U 3-Betreuungsquote von etwa 32 Prozent leicht erfüllen. Sie muss aber zunächst von ihrem eigenen Anspruch — 41 Prozent — abrücken, weil die Umbauten nicht fertig werden.

Exakt 1250 Kinder unter drei Jahren wird es am 1. August in Dormagen geben. 481 von ihnen werden zu diesem Stichtag eine Betreuung in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagespflegekraft in Anspruch nehmen.

Das entspricht einer Betreuungsquote von rund 38,5 Prozent, die deutlich über der angestrebten Landesquote von 32 Prozent liegt. Ursprünglich hat die Stadt als eigene Zielmarke 41 Prozent anvisiert. "Im Wesentlichen liegt es daran, dass noch nicht alle Umbauten fertig sind und daran, dass U3-Plätze durch Drei- bis Sechsjährige belegt sind", erklärt Jugenddezernent Gerd Trzeszkowski. Der verteilt für die Eltern Beruhigungspillen: "Für alle Kinder gibt es ab Sommer einen Betreuungsplatz."

Wenn die Kommunalpolitiker in der kommenden Woche im Jugendhilfeausschuss die U3-Betreuung und den Kindergartenbedarfsplan beraten, diskutieren sie eine komplexe Thematik. Sie haben es zum einen mit dem gesetzlichen Rechtsanspruch von Drei- bis Sechsjährigen auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung zu tun, zum anderen mit dem Rechtsanspruch der Unter-Dreijährigen auf einen Betreuungsplatz — in einer Kita oder bei einer Pflegeperson. Das führt in einigen Einrichtungen dazu, dass dort zwar U3-Plätze im Prinzip vorhanden sind, aber von den älteren Kindern belegt werden müssen.

Das ist beispielsweise in Delhoven so, wo 13 U3-Plätze geschaffen wurden, von denen aber nur sechs von Kindern in diesem Alter belegt werden. Sie anderen sieben Plätze nehmen Drei- bis Sechsjährige ein. Trzeszkowski erklärt: "Eine Belegung mit U3-Kindern erfolgt nach und nach, entsprechend dem Rückgang der Kinderzahlen im Bereich der Dreijährigen bis zur Einschulung. Übergangsweise können die U3-Kinder in der Tagespflege betreut werden."

Die Zukunft sieht rosig aus, denn Dormagen will im Jahr 2015 eine Versorgungsquote von 45,6 Prozent erreichen — damit könnte fast jedes zweite Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen: 384 in Kitas und 180 bei Tagespflegepersonen. Aus Finanzierungstöpfen bei Bund und Land fließen rund 3,55 Millionen Euro in den U3-Ausbau der Stadt. Dazu gehören jedoch nicht die Kita "Villa bunte Wolke", Gabrielstraße, die Kita "Sonnenblume" an der Heesenstraße und die Kita "Schatzkiste" an der Paul-Huisgen-Straße. Für sie stehen, so die Verwaltung, keine Fördermittel zur Verfügung.

Aus diesem Grund, aber auch wegen rückläufiger Schülerzahlen kommt die Idee der "Lernorte" ins Spiel. Die Verwaltung prüft, ob die drei Kitas mit den benachbarten Grundschulen Henry-Dunant, Christoph-Rensing und St.-Nikolaus unter einem Dach zusammengeführt werden. 2012 war dies notgedrungen bereits bei der Kita Fichtenweg der Fall, die im Gebäude der Rensing-Schule untergebracht war.

(NGZ/rl)