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NGZ-Tour: Mit dem Rad durch Rommerskirchen

NGZ-Tour : Mit dem Rad durch Rommerskirchen

Liebenswerte Kapellen, jahrhundertealte Denkmäler und wunderschöne Natur – wer genau hinsieht, kann in der Gemeinde Rommerskirchen Sehenswürdigkeiten genauso entdecken wie gemütliche Plätze zum Rasten oder Einkehren. Die NGZ zeigt, wo die schönsten Orte zum Verweilen sind.

Liebenswerte Kapellen, jahrhundertealte Denkmäler und wunderschöne Natur — wer genau hinsieht, kann in der Gemeinde Rommerskirchen Sehenswürdigkeiten genauso entdecken wie gemütliche Plätze zum Rasten oder Einkehren. Die NGZ zeigt, wo die schönsten Orte zum Verweilen sind.

Das Innere der romanischen Basilika St. Briktius in Oekoven. Bild: S. Büntig Foto: NGZ

Von "Nicht-Rommerskirchenern" aus der näheren und weiteren Umgebung wird die Gemeinde nicht zuletzt als Einkaufszentrum geschätzt. Mehr als ein halbes Dutzend Lebensmittelmärkte und zahlreiche andere Geschäfte üben auf Grevenbroicher Bürger ebenso wie auf Anwohner des benachbarten Rhein-Erftkreises eine beträchtliche Anziehungskraft aus. Dennoch hat Rommerskirchen natürlich auch andere Seiten, die vor allem von Radlern erkundet werden.

Kleinod am Wegesrand: Die Lambertuskapelle in Ramrath. Foto: NGZ

Radwegenetz: Angesichts des gut ausgebauten Radwegenetzes der Gemeinde, das auch große Teile der Wirtschaftswege umfasst, ist Rommerskirchen bis in den Herbst hinein für viele Radtouristen ein beliebtes Ausflugsziel.

Heute ein moderner Möhrenbetrieb: Der Ramrather Hof. Foto: NGZ

Denkmäler: "Die Wasserburg in Anstel und die Lambertuskapelle" in Ramrath zählt etwa Dr. Elmar Gasten, oberster Denkmalschützer der Gemeinde, zu den bedeutendsten Denkmälern innerhalb Rommerskirchens. Darüber hinaus sind insbesondere die fünf katholischen Kirchen zu nennen — die evangelischen Gotteshäuser in Frixheim und Eckum sind neueren Datums und wurden erst 1955 beziehungsweise 1966 erbaut.

Ein Wahrzeichen: Turm und Kirche von St. Peter in Rommerskirchen. Foto: NGZ

Die Wasserburg oder auch Haus Anstel wurde urkundlich erstmals 1151 erwähnt — sie ist damit das älteste und bedeutendste "weltliche" Denkmal der Gemeinde. Aus dieser Zeit des Sigefridus de Anstele als erstem bekannten Bewohner stammt auch der Wohnturm des landläufig als Wasserburg bekannten Hauses Anstel. Die ehemalige Wasserburganlage wurde in den wesentlichsten Teilen 1722 gebaut.

Strittig ist unter Historikern, wie es um die Entstehungszeit der Lambertuskapelle bestellt ist: In der Denkmalliste wird diese auf das 12. Jahrhundert datiert, der aus Rommerskirchen stammende Experte Professor Hans Georg Kirchhoff geht davon aus, dass die Kapelle aus dem neunten, spätestens dem zehnten Jahrhundert stammt und am Standort einer alten heidnischen Kultstätte errichtet wurde. Noch heute werden in der kleinen Kapelle hin und wieder Gottesdienste gefeiert.

Nur wenige Meter entfernt liegt der Ramrather Hof, dessen Wurzeln sich im 13. Jahrhundert finden. Heute wird er als großer Möhrenbetrieb geführt — der Inhaber des Ramrather Hofs musste vor einigem Jahr dem Tagebau in der Region weichen und verlegte seinen Betrieb nach Rommerskirchen.

Kaiserroute: Zu den geschichtsträchtigsten Verbindungen am Gillbach zählt die "Kaiserroute", auf der Karl der Große vor 1200 Jahren seines Weges von Aachen nach Paderborn gezogen sein soll. Im nördlichen Teil der Gemeinde schließt sie an die für Drahtesel gleichermaßen gut geeignete Niederrhein-Route an. Wer in Rommerskirchen ausgedehntere Radtouren unternimmt, wählt in der Regel den Marktplatz als Ausgangspunkt — zum Beispiel für einen Trip nach Oekoven.

Etwas verborgen liegt dort auf der linken Seite zunächst das Tierheim des Rhein-Kreises sowie das Feld- und Werkbahnmuseum. Bei der Oekovener Pfarrkirche St. Briktius handelt es sich um eine romanische Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert, deren Innenausstattung indes aus dem 19. Jahrhundert stammt. Ab der Antoniusstraße in Oekoven hätten dann vorherige Abweichler wieder die Niederrhein-, beziehungsweise die Kaiserroute erreicht. Auch hier gäbe es wieder die Wahl: Wer die Lambertuskapelle besichtigen will, wird sich an den über Ueckinghoven führenden Streckenverlauf halten.

Die Kaiserroute setzt sich in Richtung Dormagen fort. Einen Abstecher lohnt der Golfplatz, der 1998 auf dem Velderhof eröffnet wurde. Der Velderhof wurde erst 1858 errichtet, was ihn von vielen anderen Gutshöfen im Gemeindegebiet unterscheidet. Etliche von ihnen nämlich sind aus einstigen Rittergütern hervorgegangen, von denen es im Mittelalter am Gillbach nur so wimmelte. Auch für diejenigen, die nicht Golf spielen möchten, ist das Restaurant des Golf & Country-Clubs in jedem Fall empfehlenswert.

Wer direkt vom Ziegelhof die Kaiserroute Richtung Dormagen nimmt — und hier verlassen wir die Gemeinde nun —, dem bietet sich als Schlussstation der Klosterhof in Knechtsteden an.

(NGZ)