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Innenstadt: Dormagen — die Einkaufsstadt

Innenstadt : Dormagen — die Einkaufsstadt

Dormagen hat sich mit dem Flair der Überschaubarkeit bewusst von den Metropolen abgesetzt. Mit eigenem Charme und immer noch einer Reihe von inhabergeführten Fachgeschäften sowie einer Reihe neuer Angebote lockt die Innenstadt.

Dormagen hat was. Und das ist anders als in den umliegenden Metropolen. Dormagen hat sich bewusst maßstäblich von dem Gigantismus der Großstädte Köln und Düsseldorf abgesetzt. Dormagen bietet — und das ist mittlerweile weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt — ein mittelstädtisches Flair.

Städtisch ja — aber übersichtlich, überschaubar, geprägt von persönlichen Kontakten. So ist die Dormagener Innenstadt mit ihren rund 150 Läden immer noch geprägt von dem inhabergeführten Einzelhandel. Das garantiert Vielfalt in der City, und das schafft Vertrauen zwischen Kunden und Inhabern.

Sicherlich: Auch in der Dormagener Innenstadt haben Bäckereien und Ein-Euro-Läden zugenommen, doch der klassische Einzelhandel prägt noch immer das Erscheinungsbild. Höhepunkt beim Einkaufsbummel durch die Innenstadt ist zum einen die Rathaus-Galerie mit ihren rund 40 Geschäften, darunter Mieter wie Edeka, Baby Walz oder C&A. Dort wird Vielfalt auf engstem Raum in einem angenehmen Ambiente geboten. Ein Eis zu schlecken oder der Besuch eines Tanzkursus gehören in der Rathaus-Galerie dazu.

Ein breites Angebot präsentiert auch das Ring-Center nur wenige Meter weiter. Mode von frech bis elegant, junger Stil für Jugendliche, Unterwäsche, Schuhe, Reise, Büroausstattung — das frühere Kaufhaus hat sich zum Markenhaus gewandelt. Und wird sich demnächst in der Galerie Alte Post gegenüber weiterentwickeln — mit junger Mode und Herrenbekleidung im Stammhaus. Dort hat sich auch die Gastronomie in den vergangenen Wochen enorm verbessert, das Ambiente ist heller und schöner geworden. Wer die Discounter sucht, findet sie im Dormacenter am nördlichen Ende der Einkaufsmeile.

Die Innenstadt steht vor großen Veränderungen. Zum einen wird im Frühling kommenden Jahres die Alte Post eröffnen. Die Investoren, die Familie Allard, schaffen damit einen großen Anziehungspunkt an der südlichen Kölner Straße. Diesem Abschnitt kommt demnächst eine spezielle Bedeutung zu. Er soll das Bindeglied werden zwischen dem Herzen der City und dem geplanten Fachmarktzentrum auf dem Zuckerfabrikgelände am südlichen Rand der Fußgängerzone.

Diese 50-Millionen-Euro-Investition der Redos Gruppe ist überfällig. Bereits im vergangenen Frühjahr sollte mit dem Bau begonnen werden — jetzt hoffen die Dormagener, sofern sie das Fachmarktzentrum wünschen, auf Herbst oder Winter für den ersten Spatenstich.

Dort soll mit rund 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Fachmarktzentrum (FMZ) entstehen, das nur geringfügig kleiner ist als die Verkaufsfläche der Innenstadtgeschäfte, nämlich 27 000 Quadratmeter. Aber es ist eine strenge Trennung beabsichtigt: Innenstadt-Sortimente sollen dort nur ganz am Rande angeboten werden.

Geplant sind dort ein Bau- und Gartenmarkt, ein Möbelzentrum, ein Elektronik-Markt, ein Matratzenmarkt und Ähnliches. Geparkt werden kann auf 900 (!) Plätzen innenstadtnah direkt an dem neuen Zentrum. Die Hoffnung der FMZ-Befürworter gehen dahin, dass ganze Familien dort zum Einkauf hinfahren: Der Vater geht in den Baumarkt, Mutter bummelt mit den Kindern über die Kölner Straße, gemeinsam trifft man sich zum Essen in einem City-Restaurant.

Kritiker allerdings befürchten, dass das FMZ Kunden aus der Innenstadt abziehen wird und sich das Einkaufsgeschehen nur noch auf das Zuckerfabrikgelände und das bestehende Fachmarktzentrum im Top-West-Gebiet konzentrieren wird. Doch die Dormagener Innenstadt muss etwas tun: Das Kaufkraftniveau liegt mit 105,8 Punkten über dem Bundesdurchschnitt (=100 Punkte).

Dennoch: In Dormagen selbst werden nur knapp 80 Prozent der ermittelten Kaufkraft ausgegeben. "Das ist deutlich zu wenig", sagt auch Gerd Hengsberger, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Stadt Dormagen (WSD), die 105 Geschäftsleute der Innenstadt vertritt. Das Potenzial für Dormagen beträgt 350 Millionen Euro. Doch dieses Potenzial wird bei weitem nicht ausgeschöpft. Und es gibt tatsächlich Defizite in der City, die allerdings vor allem durch die Alte Post aufgefangen werden. So mangelt es an einem vernünftigen Angebot eines Herrenausstatters. Insbesondere Jugendliche beklagen sich, dass nur wenig Mode für ihre Altersgruppe angeboten wird.

Ring-Center und Alte Post stellen sich dieser Herausforderung. Dafür gibt es Läden mit außergewöhnlichem Flair und Angeboten, wie Kochen & Design, der alles für Küche und Kochen bietet, ein Reitsportfachgeschäft, ein ganzes Bündel an Buchhandlungen, attraktive Juweliere und vieles mehr. Und natürlich darf auch die Gastronomie nicht fehlen — auch dabei ist Vielfalt Trumpf. Vom In-Lokal über gut-bürgerlich, von der Pizzeria bis zum Brauhaus ist alles vertreten.

Schließlich hat Dormagen ein Fachmarktzentrum zu bieten, das sich sehr großer Beliebtheit erfreut und Kunden bis weit in den Neusser Süden und den Kölner Norden zieht: das Top-West-Gebiet. Herzstücke dort sind der Hit-Markt mit einen breiten Angebot an Lebensmitteln, Getränken und Frischeartikeln. Zu diesem Komplex zählen zum Beispiel auch ein Garten- und Baumarkt, der noch erweitert wird, ein Schuhmarkt und ein Elektronikfachmarkt mit einem umfassenden Angebot. Aber das Top-West-Gebiet (benannt nach Hit-Markt Vorgänger Top West) ist auch ein Muss für denjenigen, der ein Auto sucht. Gut ein Dutzend Anbieter sind dort auf relativ engem Raum vertreten.

Aber auch immer mehr Dienstleister vom Fitness-Center bis zu Anwälten und Steuerberatern sind dort anzutreffen. Ein florierendes Gebiet, das auf seine Stammkundschaft bauen kann. Und die kommt vor allem mit leerem Wagen über die Autobahn und fährt mit vollem Auto wieder fort. Mit diesem Pfund kann das Top-West-Gebiet auch trotz der Pläne für die Zuckerfabrik wuchern. Dort hoffen die Investoren insbesondere auf die Kaufkraft im Kölner Norden.

Trotz aller Erfolge — Dormagen muss sich jeden Tag aufs Neue beweisen. Wer die Stadt besuchen möchte, macht das am besten an einem Freitag zum Wochenmarkt oder zum Michaelismarkt.

(NGZ)