Dormagen: Stadt hat neun Wohnungen für Flüchtlinge angemietet

Dormagen : Stadt hat neun Wohnungen für Flüchtlinge angemietet

Die Zahl der Flüchtlinge steigt auch in Dormagen weiter. Aktuell (Stand 29. April) sind es 323 Menschen aus insgesamt 30 Nationen, die in Dormagen Schutz suchen. Für deren Unterbringung reicht die Zahl der drei Flüchtlingsheime und eines vierten, das zur Hälfte auch von Obdachlosen bewohnt wird, längst nicht mehr aus. Daher hat die Stadt mittlerweile neun Wohnungen der Dormagener Wohnungsbaugenossenschaft angemietet. "Die Wohnungen haben vier Zimmer, sind ungefähr 80 Quadratmeter groß", sagt die zuständige kommissarische Fachbereichsleiterin bei der Stadt, Martina Hermann-Biert.

In der Regel werden zwei Familien mit je zwei Kindern in einer Wohnung untergebracht. Hat eine Familie mehr Kinder, kann sie die Wohnung allein bewohnen. "Die Wohnungen werden von der Genossenschaft entsprechend hergerichtet. Sie sind in Horrem, dort aber verteilt", sagt Hermann-Biert und: "Wir bringen dort bevorzugt Menschen unter, die aller Voraussicht nach länger bleiben werden." Über drei weitere Wohnungen der Genossenschaft, die die Stadt in Kürze anmieten möchte, werde gerade verhandelt. Darüber hinaus stünden noch mehr im Stadtteil zur Verfügung. "Wir werden nicht auf Turnhallen oder Container zurückgreifen", so Hermann-Biert. Denn: "In Dormagen wollen wir den Menschen, die Schreckliches durchgemacht haben, eine gute Willkommenskultur bieten." Zurzeit bildet die Gruppe der Kosovaren mit 50 Personen die größte im Stadtgebiet. An zweiter Stelle stehen die Albaner (aktuell 36), an dritter die Syrer (29) und an vierter die Mazedonier (22). Aus Ägypten leben augenblicklich 17 Menschen in Dormagen, aus Afghanistan 15.

Die Bereitschaft der Dormagener, den Menschen aus den Krisenregionen zu helfen, ist sehr groß. So gibt es Paten, die unter anderem Behördengänge oder Arztbesuche begleiten. Mitglieder des Runden Tisches Dormagen haben beschlossen, den Flüchtlingen Deutschkurse anbieten.

(NGZ)
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