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Dormagen: Stadt findet keine Firma für Schul-Ausbau

Dormagen : Stadt findet keine Firma für Schul-Ausbau

Die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule platzt in der Oberstufe aus allen Nähten. Ab dem nächsten Schuljahr werden drei neue Klassenräume benötigt. Die Planung läuft seit einem Jahr - ohne Ergebnis. Das gibt es erst Ende des Jahres.

In einer knappen Information wollte die Stadtverwaltung die Mitglieder des Betriebsausschusses Eigenbetrieb (EB) darüber informieren, dass die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule zum neuen Schuljahr nicht die versprochenen neuen vier Klassenräume in Modulbauweise erhalten wird. Das Prozedere rief massiven Widerspruch und Kritik der Bau-Politiker hervor. Denn im April vergangenen Jahres war die Erweiterung der stark nachgefragten Gesamtschule beschlossen worden, die im Juni abgeschlossen sein sollte. Doch daraus wird nichts: Beigeordnete Tanja Gaspers teilte mit, dass trotz einer verlängerten Frist kein Angebot einer Firma für dieses Projekt eingegangen sei. Auf Nachfrage erklärten sich jetzt vier Firmen bereit, sich zu bewerben, wenn der Fertigstellungszeitraum verlängert wird. Das wird frühestens Ende Oktober sein, wahrscheinlich erst Ende des Jahres. Jetzt soll es doch Container als Übergangslösung geben.

Dormagen: Stadt findet keine Firma für Schul-Ausbau
Foto: dpa/Benjamin Beytekin

Carsten Müller platzte am Dienstag Abend der Kragen: "Die Verwaltung hat einen Bock geschossen. Es ist erschreckend, dass wir nach einem Jahr hier sitzen und nichts in der Hand haben", sagte der SPD-Politiker (und selbst Vorsitzender des Planungsausschusses). Seine Kollegin, Schulpolitikerin Birgit Burdag, ergänzte: "Es ist hier nicht sofort gehandelt worden." Hans Georg Döring (FDP) sprach von einem "Zombie-Projekt, das nicht fertig wird." Er fühlt sich von der Verwaltung getäuscht. Die CDU, die die Kritik am Eigenbetrieb teilte, erinnerte daran, dass sie sich vor einem Jahr für Container als Übergangslösung ausgesprochen habe, "dafür aber Prügel im Ausschuss bekommen hat", so Martin Seewald. Schulleiter Dirk Rimpler spricht von einer "rundherum unbefriedigenden Situation". Er habe erst in der vergangenen Woche von der Verzögerung erfahren. Im neuen Schuljahr fehlen "mindestens drei Klassenräume", wenn maximal 330 Schüler die Oberstufe besuchen, denen dann nur neun Räume zur Verfügung stehen.

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Ein Blick auf die Chronologie stellt der Verwaltung kein gutes Zeugnis aus: Im Juni 2015 wurde die Platznot und der Hilferuf der Gesamtschule öffentlich, "den ersten Aufschlag dazu hatte ich im Rathaus schon im Dezember 2014", so Rimpler. Im November wollte die Politik die Bewilligung von 668.000 Euro für Container, was zu einem Streit führte. Im April 2016 gab es den Beschluss, für 714.000 Euro vier Räume in Modularbauweise (flexible, hochwertige Container) zu errichten. Laut Verwaltung sollte dies sechs, sieben Monate dauern. Im November 2016 eröffnete die Verwaltung dann, dass es neue Räume erst im Juni 2017 gibt. Jetzt also Ende des Jahres. Damals wie gestern räumte EB-Leiter Uwe Scheler ein, dass die Kritiker "recht haben".

Die Tafeln, Stühle und Tische werden zum neuen Schuljahr vorhanden sein, der Liefertermin liegt der Schule vor. Das Mobiliar wandert jetzt erstmal in den Keller, weil die Klassenräume fehlen.

(schum)