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Dormagen: Stadt erhöht Aufwand zum Energiesparen

Dormagen : Stadt erhöht Aufwand zum Energiesparen

Dormagen will besser werden beim European Energy Award, dem Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit seiner Energie- und Klimaschutzpolitik. Dazu ist eine ganze Reihe von Maßnahmen geplant - zum Beispiel im Bereich Mobilität.

Auszeichnungen in Silber sind in der Regel aller Ehren wert. Der Stadt Dormagen ist für ihre Maßnahmen im Bereich der kommunalen Energie- und Klimaschutzpolitik beim Projekt European Energy Award (eea) nach 2010 in diesem Jahr von einem unabhängigen Gutachter erneut das Silber-Zertifikat zugesprochen worden.

Und doch herrscht nicht uneingeschränkte Zufriedenheit mit dem Erreichen dieser Beurteilung. Denn zum Einen wird perspektivisch das Gold-Level angestrebt, zum Anderen ging die Zahl der erreichten Bewertungspunkte gegenüber 2010 von damals 57 Prozentpunkten auf jetzt nur noch 53 Prozentpunkte zurück. Zur Einordnung: Um den Gold-Award zu bekommen, müssen 75 Prozentpunkte und mehr erreicht werden; wer weniger als 50 Prozentpunkte erhält, fällt sogar aus der Silber-Kategorie heraus.

Es gibt triftige Gründe dafür, dass Dormagen im Energie- und Klimaschutzsektor zuletzt etwas auf der Stelle trat. Einige Projekte wie das Spülmobil wurden abgeschlossen und brachten keine Punkte mehr, andere wie die solare Klärschlammtrocknung, die Klimaschutzsiedlung und Fairer Handel konnten nicht verwirklicht werden.

Auch wurden laut Stadt seitens der eea-Gutachter härtere Maßstäbe an die Bewertung der Projekte angelegt. Ein Beispiel: Das Ökostromlabel der Energieversorgung Dormagen (evd) erschien den Bewertern als nicht nachhaltig und fiel deshalb aus der Wertung. Ein Nachteil für Dormagen war nach Einschätzung von Bürgermeister Erik Lierenfeld auch der komplette personelle Wechsel im Umweltteam.

Die Stadt hat dem Rat nun eine umfangreiche Liste mit Maßnahmen zum European Energy Award vorgelegt, mit der ein besseres Abschneiden bei der nächsten Beurteilung gewährleistet werden soll. Das energiepolitische Arbeitsprogramm umfasst sechs Handlungsfelder. Geplant ist u.a. die Umsetzung folgender Maßnahmen (Auswahl), Bereich Entwicklung/Raumordnung: Aktion "Sauberhaft-Tag" und Projekt "sauberhafte Schule", Fortführung der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes; Bereich Kommunale Gebäude und Anlagen: Fortsetzung der Umrüstung städtischer Straßenbeleuchtung auf energiesparende Lichtsysteme, Prüfung des energetischen Einsparpotenzials weiterer kommunaler Liegenschaften;

Bereich Ver- und Entsorgung: Anschluss des Neubaugebiets Moselstraße an das Fernwärmenetz, das u.a. mit Abwärme einer Biogasanlage gespeist wird, Bau eines neuen Blockheizkraftwerks in der Kläranlage Rheinfeld; Bereich Mobilität: Bau der Radstation am Bahnhof, erneute Teilnahme am Projekt Stadtradeln, Mobilitätsstudie und Fuhrparkkonzept für die gesamte Stadtverwaltung; Bereich Interne Organisation: Anschaffung weiterer Dienstfahrräder; Bereich Kommunikation/Kooperation: Erneute Umsetzung des Projektes Energiesparen in Schulen, Organisation von zwei Solarstammtischen, Unterstützung des Baus weiterer Bürgersolaranlagen.

Unterdessen soll Klimaschutzmanager Dennis Fels seine Arbeit in Dormagen über den 30. Juni 2015 hinaus fortsetzen können. Die Stadt bemüht sich um eine Fortführung der finanziellen Förderung. "Es ist zu erwarten, dass der Klimaschutz in naher Zukunft landesweit zu einem Pflichtthema werden wird", glaubt Bürgermeister Lierenfeld.

(NGZ)