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Stadt Dormagen verweist auf kranke Bäume: Ärger um gefällte Bäume

Umwelt : Ärger um gefällte Bäume in Dormagen-Mitte

Die Stadt weist auf ihre Sicherungspflicht und kranke Bäume in ganz Dormagen hin.

Kurz vor dem Sturmtief Sabine wurden die Bäume auf dem Areal an der Ecke Nettergasse/Hardenbergstraße gefällt. Das stößt auf großen Ärger bei den Nachbarn, die für den Erhalt der Grünfläche in der Innenstadt gekämpft hatten. „Das tut mir in der Seele weh“, erklärt Frank Mucha traurig. „Und dabei sollten doch so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben“, sagt er. Anfang Oktober 2018 hatte er mit rund 30 anderen Anwohnern friedlich für „die grüne Oase mitten in der Stadt“ gekämpft. Sie bemängelten vor allem, dass der Baumbestand verringert und das Stadtklima beeinträchtigt würde.

Dass auf der 1370 Quadratmeter großen Fläche gebaut werden soll, hat der Stadtrat im Ende 2018 entschieden: Dort sollen 15 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen. Im August 2019 wurde das Gelände an einen Investor verkauft, der ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus errichten will. Ursprünglich war von zwei Gebäuden ausgegangen worden. Kleine Einheiten und die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Handicap unterstreichen den sozialen Aspekt des Projektes. Dort sollen Menschen einziehen, die nicht soviel Geld haben oder für die es nicht einfach ist, ein bezahlbares und zudem auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Zuhause zu finden.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte Stadt-Pressesprecher Max Laufer, dass zurzeit im ganzen Stadtgebiet Baumfällungen vorgenommen werden müssen: „Die Bäume sind von Pilz befallen, haben die Rußrindenkrankheit oder sind bereits wegen der enormen Hitze und Trockenheit der vergangenen beiden Sommer abgestorben.“ Da es zu Stammbrüchen oder sogar zum Umstürzen der Bäume kommen könne, müsse die Stadt die Bäume aus Sicherheitsgründen entfernen lassen.

Eine Forstfirma wurde kurzfristig mit den notwendigen Baumfällungen beauftragt. Es betrifft unter anderem Bäume am Spielplatz Claudiusstraße in Hackenbroich, am Lärmschutzwall an der K 18, am Lärmschutzwall Am Weißen Stein in Stürzelberg, an den Windschutzanlagen in Straberg, an der Kleingartenanlage in Horrem und im „Beethovenquartier“. Zudem sind weitere einzelne Bäume im Stadtgebiet betroffen, so Laufer. Daher könne es zu kurzfristigen Verkehrsbehinderungen und eingeschränkter Nutzung von Wegen kommen. Soweit es an den Standorten möglich und sinnvoll ist, sollen neue Bäume gepflanzt werden.