Stadt Dormagen hat Hausrecht am Bahnhof: Einschreiten bei Vandalismus

Bahnhof Dormagen: Stadt hat nun Hausrecht am Bahnhof

Seit Oktober gibt es eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn, die das städtische Ordnungsamt in die Lage versetzt, bei aggressivem Verhalten auch auf Bahnsteigen einzugreifen. Die Junge Union fordert mehr Sauberkeit und Sicherheit.

Trotz aller Bemühungen um Sauberkeit und Sicherheit reißen die Hinweise auf verschmutzte Stellen rund um den Dormagener Bahnhof, Vandalismus-Schäden, wilde Graffiti und aggressive Gruppen auf den Bahnsteigen nicht ab. In den vergangenen zwei Jahren hat die Stadt Dormagen mit der Kreispolizei Neuss durch verstärkte Kontrollen des Ordnungsamtes und gemeinsamen Streifen Präsenz am Bahnhof gezeigt, um die Sicherheit zu verbessern. Gegen Pöbler auf den Bahnsteigen, auf denen die Deutsche Bahn (DB) zuständig ist, konnte die Stadt bisher keine Verweise aussprechen. Das hat sich geändert. „Seit Oktober gibt es eine entsprechende Vereinbarung, so dass das Ordnungsamt eingreifen kann“, erklärte Stadtpressesprecher Max Laufer.

Denn wie die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, hat die DB Station & Service AG der Stadt Dormagen das Hausrecht am Dormagener Bahnhof übertragen. „Dadurch ist unser Ordnungsdienst in der Lage, zum Beispiel bei Vandalismus, aggressivem Betteln oder Belästigung von Fahrgästen auch im Hausrechtsbereich der Deutschen Bahn einzuschreiten. Das war bislang mangels entsprechender Rechte nicht möglich“, erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld. Die Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls und der Aufenthaltsqualität am Bahnhof ist laut Bürgermeister Lierenfeld ein wichtiges Anliegen. „Um dieses Ziel zu erreichen, ziehen alle Akteure – Deutsche Bahn, Polizei und die Stadt – an einem Strang. Die Übertragung des Hausrechts untermauert das“, so Lierenfeld weiter.

Diese – bereits erfolgte – Übertragung des Hausrechts hatte die Junge Union (JU) vorgeschlagen, wie ihr Vorsitzender Martin Euler am Mittwoch in einem Brief an den Bürgermeister ausführte: „Damit man in Zukunft bei Problemen wie Verschmutzung oder randalierenden Personen schneller einschreiten“ könne. Zudem vermisse die JU die Präsenz der städtischen Ordnungskräfte der 2017 eingerichteten Außenstelle: „Wir sehen keine Beamten, die sich im Bahnhofsumfeld aufhalten und für Sauberkeit und Sicherheit der Bevölkerung sorgen.“

  • Trotz Reinigungen : Dormagener Bahnhof oft verschmutzt

Weitere Beschwerdepunkte, die JU-Vorsitzender Martin Euler vorträgt, reichen von zu vielen Kurzzügen, die die DB im Berufsverkehr einsetze, über Müll und Verschmutzung im Bahnhofsumfeld und auf den Gleisen bis zu defekten Anzeigetafeln und Bahnpersonal, das Zigaretten auf dem Bahnsteig nicht im Aschenbecher entsorge. „Wir werden die Hinweise, die die Deutsche Bahn betreffen, an sie weiterleiten“, erklärte Laufer. 

Die CDU-Nachwuchsorganisation hat zudem vorgeschlagen, andere, mit getrennten Kammern ausgestattete Mülleimer, so wie die in Neuss oder Köln, zu verwenden, „bei denen die Müllsäcke nicht durch Sturm herausgeweht werden können“, so Euler. Zudem regt die JU an, die Bahnsteigtreppe an der Zonser Straße „mit Wasser abzuspritzen“, da es dort „immer strenger nach Fäkalien und Urin“ stinke und viel Müll liege. Zudem solle ein Konzept für eine öffentliche Toilette für die sich auf den Bahnsteigen aufhaltenden Menschen erstellt werden, so die JU und weist auf den neuen Streetworker hin, der sich 2019 „dann hoffentlich mit dieser Problematik auseinandersetzt“. Diese Stelle des aufsuchenden Sozialarbeiters mit dem Schwerpunkt Horrem/Bahnhof hatte die SPD angeregt und sie im Doppelhaushalt 2019/20 verankert.

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