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Dormagen: Stadt baut für 316 000 Euro Spielplätze

Dormagen : Stadt baut für 316 000 Euro Spielplätze

Neue Spielplätze bauen die Technischen Betriebe Dormagen an der Münterstraße in Horrem sowie zwischen Rathaus-Galerie und Neuem Rathaus. Nach Meinung der SPD reichen die Investitionen im Spielplatzbereich noch nicht aus.

Eine Wippe ist defekt, die Bretter eines Klettergerüstes sind lose. Im Sandkasten liegen Scherben und Hundekot. Kleine Reparaturen, der Tausch einzelner Spielgeräte sowie Reinigungsarbeiten auf den Dormagener Spielplätzen gehören zum Tagesgeschäft der Technischen Betriebe Dormagen (TBD), für das jährlich 45 000 Euro zur Verfügung stehen. Mit dem Bau zweier neuer Spielplätze werden in diesem Jahr jedoch insgesamt 316 000 Euro investiert.

1540 Quadratmeter groß soll der neue Spielplatz an der Münterstraße im Nördlichen Malerviertel werden. Sein Bau schlägt mit 181 000 Euro zu Buche. "Ein großer Kletterfelsen teilt den Spielplatz in Bereiche für jüngere und ältere Kinder", kündigt TBD-Leiter Gottfried Koch an. Die Planung für das neue Spielareal übernahm seine Mitarbeiterin Monika Warschkow, die auch die Anregungen eines Termins mit Kindern im Technischen Rathaus einbezog. "Wir haben geprüft, welche Vorschläge der Kinder fachlich und finanziell möglich sind", erklärt Koch. Finanziert wird der Spielplatz aus dem Stadthaushalt. "Durch den Verkauf der Grundstücke des Baugebietes wurden die Gelder dafür eingenommen", ergänzt er. Zwischen dem Rathaus-Anbau und der Rathaus-Galerie entsteht der zweite neue Spielplatz. Eingeplant sind für diesen 40 000 Euro. "Zusätzlich stehen 50 000 Euro für vorbereitende Untersuchungen für den Bau eines neuen Spielplatzes Im Gansdahl II zur Verfügung", sagt Koch. Gebaut wird dort jedoch erst in 2014 — für dann weitere 235 000 Euro.

Nach einem Prioritätenkatalog werden jährlich 45 000 Euro aus dem Wirtschaftsplan der TBD in vorhandene Spielplätze investiert. In diesem Jahr werden daraus u.a. der Kleinkind- und Sandkastenbereich des Spielplatzes "Am Bergischen Hof" in Zons erneuert sowie neue Schaukeln für die Spielplätze "Im Gansdahl" in Delhofen sowie "Grienskamp" in Rheinfeld gekauft und errichtet. 2000 Euro plant die TBD aus diesem Topf für Unvorhersehbares ein. "Leider werden Spielgeräte immer wieder beschädigt", berichtet Koch. Mindestens einmal wöchentlich prüfe sein Team daher und wegen Verschmutzungen während der Spielplatz-Saison ab März alle Spielareale im Stadtgebiet.

Der jugendpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Michael Dries kritisiert die jährlichen Mittel, die für das Spielplatzprogramm zur Verfügung stehen: "Das ist viel zu wenig, wir haben an so vielen Spielplätzen etwas zu tun." Investiert würde ab und an auch in die falschen Plätze. Bereits 2011 habe es im Jugendhilfeausschuss die Anregung gegeben, den Sanierungs- und Neubaubedarf von Spielplätzen anhand von demografischen Faktoren zu erheben. "Nur da, wo Kinder jetzt und in einigen Jahren wohnen, sind Investitionen sinnvoll", sagt er. Wo sich Spielplätze nicht mehr lohnten, könnte die Stadt Grundstücke verkaufen und die Erlöse in attraktive Spielplätze an anderer Stelle investieren.

Alana Schiffer, neue jugendpolitische Sprecherin der CDU, hält die Pläne der Stadt für begrüßenswert. "Über einen Spielplatz wie den im Malerviertel hätte ich mich als Kind gefreut", urteilt sie. Es sei gut, dass die jungen Nutzer in die Planungen einbezogen würden. Und zum Investitionsvolumen insgesamt: "Finanziell ist angesichts der Lage der Stadt nicht mehr möglich. Der eingeschlagene Weg mit der Prioritätenliste zu den Spielplätzen ist vernünftig. Ich finde es positiv, dass es in Dormagen überhaupt einen Spielplatzentwicklungsplan gibt."

(NGZ/ac)