Dormagen: Sportplatzbau in Straberg verzögert sich

Dormagen : Sportplatzbau in Straberg verzögert sich

Untersuchungen an der Drainage für den künftigen Kunstrasenplatz lassen die geplante Fertigstellung noch in diesem Jahr nicht zu. Wenn die Ausschreibung raus ist, starten die Mitglieder des FC Straberg gleich mit den Eigenleistungen.

Der Straberger an sich ist für seine Geduld bekannt. Zumindest was den Bau einer neuen Sportanlage betrifft. Seit 13 langen Jahren wartet er darauf, dass sein Geläuf erneuert wird und auch die Leichtathleten sich nicht mehr die rote Asche von den Laufschuhen spülen müssen. Jetzt ist es soweit, alle Ampeln stehen auf grün – und dennoch müssen sich alle, die am FC Straberg hängen, erneut gedulden. Aus der Fertigstellung noch in diesem Jahr, wie es eigentlich geplant war, wird nichts. Aber: "Wir wollen den Baubeginn in diesem Jahr", sagt Vorsitzender Josef Schoos. Bauzeit: drei Monate.

Der Grund für die Verzögerung ist baulicher Art. Es wird noch geprüft, wie die Drainage des künftigen Kunstrasenplatzes angelegt wird. Ein Gutachter untersucht dies zurzeit.

Vor gut einem Monat war der entscheidende Moment für die Sportplatz-Planungen des Vereins, als Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Genehmigung erteilte. Das musste er, weil die Stadt in einem Haushaltssicherungskonzept steckt. Aber das "ausgewogene Finanzierungs- und Unterhaltungskonzept hat den Landrat letztendlich überzeugt", sagte damals Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. In enger Abstimmung mit dem Verein wird das Leistungsverzeichnis durch das Ingenieurbüro Dr. Matthias & Moors Planungs GmbH überarbeitet. "In den nächsten 14 Tagen geht die Ausschreibung raus", so Schoos, was gleichzeitig für die Straberger den Beginn ihres Teils der Abmachung markiert und sie mit den ersten Eigenleistungen beginnen können. Diese Eigenleistungen sind das Kernstück des Gesamtprojektes, das neben des Kunstrasenplatzes auch eine neue Kunststoff-Laufbahn mit vier Bahnen beinhaltet. Neben den in Eigenregie laufenden Arbeiten in einem Wert von rund 70 000 Euro netto, leistet der FC Straberg auch einen Barzuschuss für das Vorhaben in Höhe von 30 000 Euro. Noch eine Besonderheit: "Um bereits bei dieser Investition die steuerlichen Vorteile des Betriebes gewerblicher Art nutzen zu können", sagt Kämmerer Kai Uffelmann, "es geht um rund 171 000 Euro, zahlt der Verein bereits seit dem 1. Juli freiwillig Benutzungsentgelte für die Inanspruchnahme der städtischen Sportstätten". Die Stadt will durch dieses Modell, in dem der Verein Pflege und Unterhalt übernimmt, jährlich 10 000 Euro sparen.

Die Straberger Kicker müssen, so viel ist klar, nach der Sommerpause noch einmal auf ihrer Asche ran. Wenn die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen, müssen sie auf Plätze von benachbarten Vereinen ausweichen: Delhoven und Gohr, vielleicht auch nach Nievenheim oder Horrem. Die Suche nach dem geeigneten Kunstrasen überlässt Schoos "den Fachleuten aus dem Rathaus". 15 Jahre soll ein solcher Platz schon halten, ohne dass besondere Verschleißerscheinungen sichtbar werden. Bei der Umlaufbahn backen die Straberger kleine Brötchen: "So ein Belag wie der der Hundert-Meter-Bahn in Hackenbroich, das ist doch ok", so Schoos. "So gut wie beim TSV muss es nicht sein."

(NGZ)
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