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Sportlerehrung in Dormagen: Voss und Hartung Sportler des Jahres

Sportlerehrung in Dormagen : Voss und Hartung Sportler des Jahres

Mit coronabedingter Verspätung ehrte die Stadt ihre Sportler des Jahres 2019: Turn-Ass Sarah Voss sowie Fecht-Europameister Max Hartung. Ex-Sportverbands-vorsitzender Claus Radke erhielt die silberne Ehrennadel der Stadt.

Es war natürlich die ungewöhnlichste Sportlerehrung, die es in Dormagen bislang gegeben hat. Coronabedingt hatte die Stadt nur einen sehr überschaubaren Teilnehmerkreis ins Restaurant  „Zum Volksgarten“ im Hotel Friedestrom geladen. Den Top-Sportlern wurde gleichwohl eine so festliche Ehrung zuteil, wie es unter diesen Bedingungen möglich war. Das empfanden sie auch so: Weltklasse-Fechter Max Hartung als Sportler des Jahres ebenso wie sein Pendant bei den Sportlerinnen, Sarah Voss, Siebte bei den Turn-Weltmeisterschaften in Stuttgart 2019. Als „Mannschaft des Jahres“ wurde das Minigolf-Team MGC Dormagen-Brechten mit seiner Kapitänin Vanessa Peuker ausgezeichnet. Der Titel der Nachwuchssportlerin des Jahres ging an die Kanutin Liv Konrad vom WSC Bayer.

So positiv Bürgermeister Erik Lierenfeld den gewählten Rahmen und die von Sportdezernentin Ellen Schönen gestaltete Veranstaltung auch empfand, er haderte dennoch damit, dass vielen anderen Top-Sportlern, die Dormagen zu bieten hat und die im vergangenen Jahr auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich waren, keine Ehrungs-Plattform geboten werden konnte. „Wie es im nächsten Jahr sein wird, wissen wir nicht. Aber wir werden versuchen, Formate zu wählen, die möglichst allen Top-Sportlern gerecht werden.“

Bei aller Freude über die Auszeichnungen war die Unsicherheit über Form und Zukunft den Sportlern anzumerken. Fecht-Europameister Max Hartung vermisst schlichtweg die Wettkämpfe. „Wir spielen im Training oft Fußball-Tennis“, gestand er. Es gebe viel Grundlagentraining und Lehrgänge, die aber die fehlenden Weltcup-Duelle gegen internationale Kontrahenten nicht ersetzen können. Vor (den ausgefallenen) Olympischen Spielen sah sich der Athlet des TSV Bayer in guter Form. Was mit Blick auf Olympia 2021 kommen wird, sei eine „Wundertüte“. Bei Turn-Star Sarah Voss ist es ähnlich. Die Trainingsbedingungen sind schwieriger geworden: „Wir haben weniger und kleinere Trainingsgruppen in der Halle. Die Trainingszeiten sind geringer geworden, „die nutzen wir dafür effektiver“, sagt die ehemalige Schülerin des Norbert-Gymnasiums. Inzwischen seien auch Hilfestellungen wieder möglich. Sie hat immerhin noch zwei Wettkämpfe in diesem Jahr in ihrem Terminkalender stehen: einmal die Turn-Bundesliga mit ihrem Verein Turnzentrum DSHS Köln sowie die Deutschen Meisterschaften im November in Düsseldorf. Um das Olympia-Ticket geht es für Sarah Voss dann bei speziellen Wettkämpfen im kommenden Jahr.

Neben den aktiven Sportlern gab es weitere Auszeichnungen. Die größte und für den „Betroffenen“ völlig überraschend war die Silberne Ehrennadel der Stadt: die erhielt Claus Radke, der seit 40 Jahren Mitglied im Vorstand des Sportverbandes Dormagen ist, 13 Jahre davon als stellvertretender Vorsitzender und neun als Vorsitzender. „Die Sportlerehrung ist dein Baby“, sagte Lierenfeld in seiner Laudatio. Der leidenschaftliche Wohnmobilist Radke engagiert sich daneben stark ehrenamtlich, zum Beispiel als Pflegelotse oder im Seniorenbeirat. „Ich bin völlig überrascht und überwältig“, reagierte Radke.

Zu Tränen gerührt war Hans Kleuskens. Der Wirt des Vereinsheims des SuS Gohr erhielt den „evd-Ehrenamtspreis“ für seine 60-jährige Vereinstreue. Kleuskens war Fußballabteilungsleiter und ist die „Seele des Vereins“, wie evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann sagte, der das „herausragende ehrenamtliche Engagement“ würdigte. Eine tolle sportliche Leistung vollbringt seit vielen Jahren der 79 Jahre alte Hans-Hubert Klein, der schon 60 mal das Deutsche Sportabzeichen abgelegt hat. Ihm fehlen noch zwei bestandene Prüfungen, um Dormagener Rekordhalter zu sein.