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Dormagen: Sport: Wenn das Geld knapper wird

Dormagen : Sport: Wenn das Geld knapper wird

Nachdem die städtischen Zuschüsse für alle Vereine um 20 Prozent gekürzt worden sind, müssen diese stärker auf ihre Rücklagen zurückgreifen. Sind sie jedoch wie beim FC Straberg aufgebraucht, werden nötige Anschaffungen verschoben. Die Stadt spart so 12 000 Euro im Jahr.

Josef Schoos mag gar nicht daran denken, wie der Straberger Sportplatz jetzt aussehen würde, wenn alles so gekommen wäre wie geplant. Wenn die Wirtschaftskrise nicht gewesen wäre. Und wenn die Gelder wie vereinbart in die Umgestaltung geflossen wären. Doch die Wirtschaftskrise kam, die Haushaltssituation der Stadt verschlechterte sich und aus war der Traum vom neuen Sportplatz (die NGZ berichtet mehrfach). Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten: Zeitgleich wurden auch die städtischen Zuschüsse für alle Vereine um 20 Prozent gekürzt. Was das für den FC Straberg bedeutete, beschreibt der Vorsitzende so: "Größere Sportgeräte können wir seitdem nicht anschaffen, weil unserer Rücklagen für den Platz aufgebraucht wurden."

So müsse der Verein beispielsweise den Kauf einer dringend erforderliche Hochsprungmatte, die laut Schoos 3000 bis 4000 Euro kosten soll, in das kommende Jahr verschieben. In das Jahr, von dem sich der Verein auch erneute Gespräche mit der Stadt bezüglich der Sportplatzneugestaltung erhofft.

Und auch der AC Ückerath beklagt die Kürzungen der städtischen Gelder. "Wir können die Differenzbeträge noch ausgleichen", sagt Detlef Zenk. "Doch es sind nicht nur die städtischen Gelder, die wegbrechen. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, sitzt das Geld auch bei den Sponsoren nicht mehr so locker", sagt der Vereinsvorsitzende. Ein Problem, das sich seiner Meinung nach mittelfristig auf alle Vereine auswirken würde.

Schmerzlich treffe den AC Ückerath und den TSV Bayer Dormagen aber vor allem die Kürzung der Zuschüsse für das Teilinternat (Bisher 4000 Euro im Jahr, jetzt 3200 Euro). "Um die Sportler sowohl in ihrer Disziplin wie auch in schulischen Belangen fördern zu können, wird jeder Euro für die Pädagogen und Materialien benötigt", sagt Zenk.

Dass an den angehenen Spitzensportlern gespart wird, kann der Vorsitzende des AC Ückerath genauso wenig verstehen, wie die ins Stocken geratenen Gespräche bezüglich einer Ringerhalle. "Wir brauchen diese Halle, um weiterhin als Bundesstützpunkt anerkannt zu werden." Ein Thema, das laut Kämmerer Ulrich Cyprian noch nicht vom Tisch ist — wie übrigens auch der Straberger Sportplatz. "Die Halle und der Sportplatz werden bei der Finanzplanung 2010/2011 berücksichtigt", sagt er. Ob sich die Projekte jedoch vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Haushaltslage in den kommenden Jahren realisieren lassen, lässt Cyprian offen. Denn die Situation in Dormagen sei — trotz 20-prozentiger Kürzung — immer noch deutlich besser als in anderen Kommunen. Der Grund: "Bürgermeister und Stadtrat haben sich bisher dagegen ausgesprochen, Nutzungsgebühren auf Sportanlagen zu erheben", sagt Cyprian.

Das solle, zumindest wenn es nach Hans Sturm, Vorsitzender des TuS Germania Hackenbroich und stellvertretender Bürgermeister, geht, auch so bleiben. "Mit dieser Situation können wir gut leben", sagt er. Viel härter treffe den Verein, wenn immer mehr Mitgliederbeiträge nicht eingezogen werden könnten, weil Konten nicht gedeckt seien. "Das ist bei uns derzeit wirklich ein Problem, nicht die städtischen Kürzungen."

(RP)