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Dormagen: Sport sucht nach neuer Bühne

Dormagen : Sport sucht nach neuer Bühne

Dormagen Zweifel am Stellenwert des Sports in Dormagen ließen Vorsitzender Manfred Bördgen und die Vertreter von über 20 Sportvereinen im Schützenhaus erst gar nicht aufkommen. Mit breiter Brust steht der Sportverband Dormagen (SVD) Politik und Sponsoren gegenüber. Zu Recht. Immerhin betreiben 70,9 Prozent aller Dormagener regelmäßig Sport - der größte einigende Nenner in Dormagen. Die Bündelung der Interessen erfolgt im SVD, der unter seinem derzeitigen Vorstand geschickt, unaufdringlich aber nachhaltig den Sport in der Stadt vertritt.

Das weiß auch die Politik zu würdigen. Sportdezernent Ulrich Cyprian ordnete den Stellenwert der "schönsten Nebensache der Welt", die aus sozial- und gesundheitspolitischer Sicht manchen längst zu einer Hauptsache geworden ist, entsprechend ein: "Entgegen seiner ursprünglichen Absicht hat der Rat in den Etatberatungen die Sportfördermittel in voller Höhe bewilligt." In Zahlen: 185 000 Euro aus dem allgemeinen Etat zum Beispiel für die Anschaffung neuer Sportgeräte, 106 400 aus dem Investitionsbereich - und die Aussicht, dass ab 2008 deutlich höhere Beträge fließen könnten. Cyprian: "Der Ruf von Dormagen als Sportstadt wird unterstrichen."

Das langfristige Ziel in Anspielung auf die Visionen der Initiative Dormagen: "Wir wollen noch deutlich mehr Deutsche, Europa- und Weltmeister stellen als unsere 47 heute." Wieviel Raum der Sport im wörtlichen Sinne einnimmt, machte Sport-Beauftragter Bernd Lewerenz mit einigen Zahlen deutlich: 19 Hallen, vier Doppel- und sechs Dreifachhallen, Spezialhallen mit einer Gesamtfläche von 21 500 Quadratmetern, 18 Sportplätze, darunter fünf Rasen- und ein Kunstrasenplatz sowie weitere Sportfelder mit einer Gesamtfläche von 126 000 Quadratmetern, schließlich Hockey-, Reit-, Boule, Skateboard- und andere Sportstätten.

Öl in das Feuer der Euphorie goss Sportausschussvorsitzender Detlev Zenk, der eine erhöhte Zahlungsbereitschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Sachen Sportförderung anmahnte. Die "Dormagener Sportschau", lange Jahre das Aushängeschild des SVD, mangels Zuschauerinteresses und zu hoher Kosten auf Eis gelegt, stand als Wiedervorlage auf der Tagesordnung - und wurde ohne Bedauern endgültig für erledigt erklärt.

"Die Zeit dieser Veranstaltungen ist für uns vorbei", zog ein Vereinsvertreter ein treffendes Fazit. Doch ganz auf die große Bühne verzichten will der SVD nicht. Vorstands-Senior Klaus Beer brachte schließlich die Idee eines Sporttages auf dem Höhenberg ein, bei dem sich alle Dormagener Vereine, insbesondere aber die Jugendabteilungen, präsentieren, an dem Sportler und Bürger ins Gespräch kommen, Kontakte geknüpft und möglicherweise Wettbewerbe ausgetragen werden.

Darin einfließen sollen Ideen, die Joachim Fischer (SG Zons) verfolgt: ein erneuter Challenge-Day mit Wettbewerben unter den Dormagener Partnerstädten. Der SVD will jetzt intern weiterberaten und ein solches sportliches Großereignis für das kommende Jahr ins Auge fassen. Mit der jetzigen Ehrung in Party-Form zeigten sich die Vereine sehr zufrieden.

Zunächst für die interne Diskussion zurück gestellt wurde das Ansinnen des TuS Germania Hackenbroich, für die Dormagener Sportszene ein Kompetenzzentrum einzurichten, das die Klubs in Sachen Buchführung, Recht und Steuern berät. Die Tendenz der Meinungen geht offenbar dahin, ein solches Zentrum auf überörtlicher Ebene, im Rhein-Kreis Neuss anzubieten.

(NGZ)