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Sport in Dormagen: DLRG-Gründer Heinz Menninger feierte seinen „90.“

Sport-Enthusiast aus Dormagen : DLRG-Gründer Menninger feierte seinen „90.“

Seine frühesten Kindheitserinnerungen führen Heinz Menninger an die frühere Friedrich-Schreiber-Straße, heutige Florastraße, nach Dormagen. An Fronleichnam feierte der Wahl-Grevenbroicher seinen 90. Geburtstag.

1933 zog der damals Dreijährige mit seinen Eltern in ein Mietshaus in Dormagen. Sein Vater war leitender Angestellter bei IG Farben baute dort die Textilabteilung mit auf. „Dormagen war ein Kaff mit 5000 Einwohnern und teilweise ohne Kanalisation. Hatte ich Freunde zu Besuch, wollten sie immer unsere Toilette benutzen“, erinnert sich der 90-Jährige schmunzelnd. Heinz Menniner hat Friedenszeiten erlebt, eine Kriegszeit und eine Nachkriegszeit. „Wenn ich jetzt sehe, wie schwer es für die Familien ist, dass die Kinder wegen Corona einige Monate lang nicht regelmäßig zur Schule gehen können – ich habe von Juli 1944 bis Februar 1946 keine Schule von innen gesehen.“

In Dormagen verlebte er eine schöne Kindheit gemeinsam mit seinen Eltern und seinen drei jüngeren Geschwistern. Als 1938 das örtliche Schwimmbad eröffnete, sei er einer der ersten gewesen, die dort Schwimmunterricht genommen haben, bereits 1942 gründete er die DLRG-Ortsgruppe Dormagen, half während des Krieges bei der Badaufsicht. „Zweimal durfte ich auch Leben retten. Eine Situation begab sich am Pfingstmontag 1950 am Rhein auf der Höhe des Restaurants Pitt Jupp, bei der ich eine gekenterte Frau aus dem Rhein fischte. Für das Telefonat nach einem Arzt nahm mir der Restaurantbesitzer die letzten fünf Mark meines Ausbildungsgehaltes ab – dabei hätte ich danach gerne ein Eis gegessen.“

Neben dem Schwimmen schlug sein Sportlerherz auch für den Fechtsport, sodass er 1954 die Fechtabteilung des TuS Bayer gegründet hat, deren Erfolge er heute noch bewundernd verfolgt. „Fechten war eine elitäre, akademische und teure Angelegenheit. Anfangs hatten wir es nicht leicht“, sagt er. Über das Fechten lernte er auch seine Frau kennen, mit der er nächstes Jahr Goldene Hochzeit feiert. Seit ihrem Schlaganfall vor zwölf Jahren pflegt er sie in der gemeinsamen Wohnung. „Wir hatten ein erfülltes und schönes Leben, konnten uns immer aufeinander verlassen und haben uns Freiräume gegeben. Bis vor 15 Jahren sind wir noch gemeinsam mit dem Rennrad in Holland unterwegs gewesen. Wir haben viel von der Welt gesehen und konnten dadurch, dass meine Frau verschiedene Fremdsprachen beherrscht, auf besondere Weise in fremde Kulturen eintauchen.“