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„Spirit“-Gruppe von St. Michael Dormagen pflegt "Stein der Barmherzigkeit"

„Spirit“-Gruppe von St. Michael Dormagen : Sechs Männer regen zum Nachdenken an

Die Gruppe „Spirit“ aus der katholischen Kirchengemeinde St. Michael Dormagen bereitet geistliche Aktionen vor. Zuletzt setze sie eine Erklär-Tafel für den „Stein der Barmherzigkeit“.

Seit einigen Jahren engagieren sich sechs Männer aus Dormagen ehrenamtlich in der Kirchengemeinde St. Michael, um mit verschiedenen Aktionen die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Die Gruppe mit dem Namen „Spirit“ hat inzwischen vom Pilgerweg bis zum Stundengebet viele Glaubens-Impulse angeboten, das auf große Resonanz gestoßen ist. „Dabei sprechen wir nicht nur Mitglieder der Kirche an. Die Projekte werden immer so umgesetzt, dass sich eine möglichst große Zielgruppe angesprochen fühlt“, erklärt Diakon Ronald Brings.

Den „geschenkten Tag“ am 29. Februar hat die Gruppe nun genutzt, um mit Hilfe ihrer Familien eine Hinweistafel für den „Stein der Barmherzigkeit“ aufzustellen. Diese Stele steht seit 2017 in direkter Nähe zum Haus Piwipp und Piwipper Böötchen. „Der Stein lädt dazu ein, für einen Moment innezuhalten und einmal genau hinzuschauen“, so Brings. Sieben klare Botschaften sind auf der Kreuz-Stele zu lesen: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten. „Eine große Aufgabe für uns alle“, hatte Pfarrer Peter Stelten die Werke genannt. „Wie wir finden, wichtige Werte für ein gelingendes Miteinander in unserer Gesellschaft“, so die Gruppe. Wie Brings anführt, kann sich jeder Betrachter ganz konkret fragen: „Wo habe ich im Alltag ein offenes Ohr für meine Mitmenschen? Wo nehme ich ihre Sorgen und Nöte wahr? Wo kann ich helfen?“ Mit dieser Initiative wollen die sechs Dormagener eine Anregung geben, sich auch im Alltag häufiger mit diesen Themen zu beschäftigen.

Mehr als 500 Menschen haben an der Erstellung zu diesem „Denk-Mal“ mitgewirkt. Sie gaben ihre ganz persönlichen Gedanken mit in eine „Zeitkapsel“, die im Inneren der Stele verborgen ist. Damit diese Stele nicht nur gesehen, sondern die Idee dazu besser verstanden werden kann, haben nun Ansgar Beuten, Markus Wegener, Frieder Neher und Ronald Brings einen aus Stahl gefertigten Aufsteller mit einer Erklärungstafel aufgestellt. Neben ihnen gehören auch Frank Boch und Michael Preuss zur „Spirit“-Gruppe, die die Idee zur Stele im Jahr der Barmherzigkeit entwickelte.

Ende September 2017 hatte Weihbischof Dominikus Schwaderlapp den „Stein der Barmherzigkeit“ mit einem Segen eingeweiht. Das 1,60 Meter hohe und eine Tonne schwere Beton-Kreuz war zuvor an der Piwipp aufgestellt worden. „Eine Stein-Segnung ist eine Premiere für mich“, sagte Schwaderlapp, der betonte, dass dieser Stein gegen Gedächtnisverlust helfe und wie ein Kirchturm als Erinnerungszeichen diene: „Barmherzigkeit bedeutet auch, jemandem etwas zu schenken, auch wenn er keinen Anspruch darauf hat“, forderte der Weihbischof auf. Die Stele soll „im besten Sinne an-stößig sein“, sie ermahne den Betrachter, „sich nicht damit abzufinden, dass er selbst Sünde und Schuld auf sich geladen“ habe, sondern weiter barmherzig zu sein. Der Stein sei ein deutliches Zeichen für Gottes Liebe: „Herr, lass alle, die an dem Stein vorbeigehen, in Deinem Schutz geborgen sein“, schloss Schwaderlapp alle Menschen jeder Religion mit ein.

Darauf ging auch Bürgermeister Erik Lierenfeld ein, der bei der Einweihung sagte, dass Barmherzigkeit in allen großen Weltreligionen zu finden sei: „Dieser Stein verbindet Religionen und trennt sie nicht.“ Er bezeichnete den Stein als „Wegmarke, Wegbegleiter und Wegweiser“ und erinnerte an die christliche Forderung, Fremde aufzunehmen, ihnen Gastfreundschaft zu erweisen: „Nächstenliebe ist wichtig.“ Auch Verzeihen und Erbarmen legte er allen ans Herz.

Bewusst werden die Projekte der Spirit-Gruppe nicht wiederholt. Stattdessen diskutiert die Gruppe regelmäßig neue Ansätze, um spirituelle Themen zu transportieren und den Menschen nahezubringen. Die Männer setzen die Projekte ehrenamtlich um und bringen dabei ihr Wissen aus den unterschiedlichen Berufswelten ein. Durch die Zusammenarbeit in den Projekten findet ein intensiver Austausch über Glaubensinhalte und spirituelle Ausrichtungen statt. Die unterschiedlichen thematischen Ansätze – wie Pilgern, Berufung, Stundengebet oder das Jahr der Barmherzigkeit – bieten die Chance, das Wissen zu traditionellen Themen der Kirche zu vertiefen. Jedoch werden die Inhalte nicht nur vertieft, sondern auch auf die Gegenwart übertragen, um so eine moderne Ansprache der Gläubigen und interessierten Menschen zu finden. So gab es 2017 ein „TheoCaching“, bei dem es darum ging, spirituelle Orte in Dormagen zu teilen, an denen Gott nachgespürt werden kann. 2014 wurde passend zur Aktion „Dormagen bewegt sich“ von Knechtsteden nach Zons gepilgert.