Dormagen: Sperren am Bahnhof werden beseitigt

Dormagen : Sperren am Bahnhof werden beseitigt

Der "Park & Ride"-Platz wird umgestaltet. Ratsherr Detlev Zenk (SPD) befürchtet Anwohner-Proteste.

Der "Park & Ride"-Platz wird umgestaltet. Ratsherr Detlev Zenk (SPD) befürchtet Anwohner-Proteste. Der bisher zweigeteilte "Park & Ride"-Platz zwischen Zonser- und Friedenstraße am Bahnhof soll bald von beiden Seiten aus durchgängig zu befahren sein.

Denn die Verwaltung hatte sich gegen eine Öffnung des Parkplatzes ausgesprochen, den die CDU wegen des 1,2 Kilometer langen Umwegs beantragt hatte, die Autofahrer bei der Parkplatz-Suche von einer auf die andere Seite auf sich nehmen müssen. 1999 wurde die Sperre nach Zählungen eingerichtet, die einen Durchgangsverkehrsanteil von fast 90 Prozent mit einer nicht unerheblichen Belastung des Bahnhofsviertels ermittelt hatten.

Die Sperrung habe sich nach Auffassung der Verwaltung in den vergangenen ca. 20 Jahren sehr bewährt. In dieser Zeit habe es zwar immer wieder einzelne Beschwerden über Umwegfahrten gegeben, "der dadurch in geringem Umfang entstehende Negativeffekt ist jedoch als geringer einzuschätzen als die durch die Schleichwegnutzung zu verzeichnende Beeinträchtigung des Wohnumfeldes im Bahnhofsviertel", hatte Lierenfeld in der Beratungsvorlage geschrieben. Im Ausschuss sagte er: "Die Wiederöffnung der Durchfahrt wird zu einer zusätzlichen Belastung der Anwohner führen."

Die CDU schätzt die Reaktionen anders ein, wie Weber ausführte: "Selten hat ein Antrag von uns so viel positive Resonanz erhalten wie dieser." Jetzt solle die Sperre laut CDU so geändert werden, dass zwar ein Durchfahren weiter erschwert, aber die Suche nach einem freien Parkplatz erleichtert werde. Dazu sollten, so die CDU, am Eingang zum "P+R"-Parkplatz am Bahnhof Durchfahrverbotsschilder aufgestellt werden. Auch die Grünen unterstützen die Aufhebung: "Warum sind wir nicht selbst darauf gekommen?", fragte Fraktionschef Tim Wallraff im Hauptausschuss.

Dass sich die neue Durchlässigkeit negativ auf die Zahl der Parkplätze und der im Weg stehenden Autos auswirken werde, befürchtet Gerd Sräga (FDP): "Die Engstellen werden den fließenden Verkehr weiter behindern und zu Verunsicherung, wenn nicht zum Wegfall von Parkplätzen führen."

Seine Enthaltung begründete SPD-Ratsherr Detlev Zenk damit, dass er sich noch gut an 1999 und eine gut besuchte Bürgerversammlung erinnern könne: "Es gab so viele Rückmeldungen von Bürgern wie nie, darunter viele Anwohner, die diese Sperre unbedingt wollten." Jetzt gegen den Rat der Verwaltung als Initiative aus dem politischen Raum die bestehende Kompromiss-Regelung zu ändern, sehe er skeptisch. Eine von Zentrum-Fraktionschef Hans-Joachim Woitzik beantragte Vertagung, um die Anwohner in einer Bürgerversammlung zu befragen, fand nicht genügend Zustimmung.

(NGZ)