Dormagen: SPD-Vize Nils Szuka hört auf

Dormagen : SPD-Vize Nils Szuka hört auf

Voraussichtlich zum 31. August wird der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Nils Szuka sein Ratsmandat niederlegen. Der Ur-Zonser gibt für seine Entscheidung private Gründe an. Politisch stehe er voll hinter der Fraktion.

Gestern, 16.03 Uhr, knapp eine Stunde vor der SPD-Fraktionssitzung: Nils Szuka, Vizefraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten, sitzt im Café Lemke an der Kölner Straße und nippt an einem Glas Mineralwasser, während er im aktuellen Programm der laufenden Karnevalssession blättert. Der 34-Jährige wirkt gelöst, einfach ist ihm die Entscheidung vermutlich nicht gefallen, die er gleich seinen politischen Mitstreitern wird verkünden müssen: "Ich werde mein Ratsmandat niederlegen, wahrscheinlich zum 31. August."

Öztürk oder Kockartz

Für seinen Rückzug gibt Szuka private Gründe an: "Ich bin nicht frustriert." Mit dem Rücktritt ihres stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden verliert die Dormagener SPD ihr Gesicht im Planungs- und im Rechnungsprüfungsausschuss; auch den Vorsitz im Ortsverein Zons will der 34-Jährige aufgeben. Wer in den Rat nachrücke, stand gestern Abend noch nicht fest. Es gibt zwei Optionen: Als "Huckepack-Kandidat" ist Student Timo Öztürk erste Wahl. Verzichtet er, zieht die Reserveliste und dort wäre Sonja Kockartz-Müller gefragt.

Auch wer die führende Rolle im Planungsbereich übernehmen wird, ist derzeit noch unklar. Der Zeitpunkt für Szukas Rücktritt ist kein Zufall. "Ich wollte den Rücktritt frühzeitig bekanntgeben, damit keine Gerüchte aufkommen", so Szuka. Zweieinhalb Jahre nach der Kommunalwahl stehen im Sommer außerdem Vorstandswahlen an. Bis dahin wird Szuka die Chance haben, einen Nachfolger einzuarbeiten.

Für seinen Rückzug gibt er zwei Gründe an: Er wolle näher an seinen Arbeitsplatz in Hagen ziehen. Der gelernte Jurist leitet an der Fernuniversität Hagen die Rechtswissenschaftliche Fakultät. Jeden Tag legt er eine Strecke von 75 Kilometern zurück. Zudem ergibt sich für den Handball-Schiedsrichter die Gelegenheit, sich in der Ersten Bundesliga zu etablieren. "Ich will die politische Aufgabe nicht nur mit halber Kraft erledigen", sagt der 34-Jährige. In Hagen wolle er sich zunächst nicht bei den Sozialdemokraten engagieren.

Bernhard Schmitt, Fraktionschef der SPD, kann Szukas Schritt nachvollziehen: "Ihm bietet sich eine einmalige Chance." Er, Schmitt, müsse die Entscheidung akzeptieren, glaubt aber, dass in der Fraktion die Substanz vorhanden sei, die Vakanz zu füllen — "vielleicht nicht mit einer Person". Die politische Gegenseite zeigte sich gestern von Szukas Rückzug überrascht. CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer wünschte seinem politischen Widersacher für die Zukunft alles Gute.

(NGZ/rl)
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