Dormagen: SPD macht Druck für Konverter-Standort in Kaarst

Dormagen: SPD macht Druck für Konverter-Standort in Kaarst

Nachdem sich der Netzbetreiber Amprion auf den Standort Kaarst, mit Gohr als einziger Alternative, für den umstrittenen Stromkonverter festgelegt hat, regt sich Widerstand. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld hatte appelliert, den Weg für die Kaarster "Dreiecksfläche" - die mit 1,3 Kilometern den größten Abstand zur Wohnbebauung hätte - frei zu machen.

Von einer gleichwertigen Eignung der Standorte Kaarst und Gohr könne auch keine Rede sein, verweist Felix Bracher, der Sprecher der Bürgerinitiative Contra Konverter in Gohr und Broich, auf den in Gohr unter 600 Meter liegenden Abstand zur Wohnbebauung. Der Konverter müsse auf einer Industriefläche weit ab vom Menschen errichtet werden. In Gohr seien zudem Wasserschutzgebiet und fruchtbare Ackerböden betroffen. Die BI bezweifle, dass es Amprion "ernst meint mit der Fläche in Kaarst", so Bracher. Amprion müsse den Worten nun Taten folgen lassen.

Die SPD-Regionalratsfraktion will mit einem Antrag für den Regionalrat von der Bezirksregierung dargestellt bekommen, "welche rechtssicheren Verfahren zur Entwidmung des Kaarster Gebietes von Kiesabbau führen", sagte Rainer Thiel MdL, der gestern Landrat Hans-Jürgen Petrauschke per Brief aufforderte, bis zur Klärung der offenen Fragen keine Vorabentscheidung über Kiesabbau auf der Dreiecksfläche zu treffen.

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Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrats, schimpft über die Festlegung der SPD: "Sich zum jetzigen Zeitpunkt für einen Teil und zulasten eines anderen Teils der Kreisbevölkerung einzusetzen, ist nicht in Ordnung."

Der Rommerskirchener Bürgermeister Martin Mertens hält Gohr auch nicht für den besten Standort. Die Kreisgemeinschaft habe sich klar für einen Standort ausgesprochen, der am weitesten weg von der Wohnbebauung liege: "Sachliche Gründe sprechen für die Fläche in Kaarst, nun muss alles dafür getan werden, diese zu ermöglichen."

(cw-)
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