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Dormagen: SPD: "Jamaika spart die Stadt kaputt"

Dormagen : SPD: "Jamaika spart die Stadt kaputt"

Bei ihrer Mitgliederversammlung wählten die Sozialdemokraten ihre 22 Wahlkreiskandidaten und die Reserveliste mit überzeugenden Mehrheiten. Die Liste führt Michael Dries an, gefolgt von Erik Lierenfeld und Birgit Burdag.

Der Stadtverbandsvorsitzende Erik Lierenfeld nahm bei der Versammlung am Montagabend in der "Kulle" kein Blatt vor den Mund. Zur Politik in Dormagen betonte er: "Die Jamaika-Koalition legt die Axt an den sozialen Frieden an." Der SPD-Stadtverbandschef hält ein "Kaputtsparen" nicht für den richtigen Weg: "Kultur muss für alle möglich und bezahlbar bleiben. Gleiches gilt für den Sport." Während die CDU bei den Vereinen 24 000 Euro spare, gebe sie unnötig 50 000 Euro für Gutachten aus. Das unterstrich auch SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt: "Ich bin immer noch geplättet darüber, wie am Freitag im Hauptausschuss alle Spar-Vorschläge der SPD abgeschmettert worden sind, gleichzeitig werden 100 000 Euro für Wirtschaftswege in den Etat eingestellt." Schmitt prophezeite, dass die Sportnutzungsentgelte nichts bringen werden. "Ich hoffe, dass alle Vereine das überstehen."

Mit überzeugenden Mehrheiten wurden alle SPD-Kandidaten der 22 Wahlbezirke für die Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 gewählt: Von 49 bis 54 Ja-Stimmen bei 54 gültigen Stimmzetteln reichten die Ergebnisse. Für die SPD treten in der Reihenfolge der Wahlkreise von Rheinfeld I bis Zons II an: Rotraud Leufgen, Uwe Schunder, Erik Lierenfeld, Jenny Gnade, Detlev Zenk, Michael Dries, Martin Voigt, Bernhard Schmitt, Bernhard Hoffs, Ruben Gnade, Carsten Müller, Sonja Kockartz-Müller, Erich Leitner, Wilhelm Becker, Heinz-Joachim Pälmer, Mehmet Güneysu, Birgit Burdag, Karl-Josef Ellrich, Andreas Behncke, Till Nerke, Gerd Sräga, Joachim Fischer.

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Auch bei der Aufstellung der Reserveliste gaben die Genossen ein geschlossenes Bild ab: 47 bis 51 Ja-Stimmen bei dann 51 gültigen Stimmzetteln. Die Liste führt Michael Dries an, gefolgt von Erik Lierenfeld, Birgit Burdag, Andreas Behncke und Erich Leitner. Zuvor hatten die Vorsitzenden der vier Ortsvereine ihre Vergabe erläutert, die sich aus Themenschwerpunkten und Erfahrung ergeben hat. Auch wenn bei der Versammlung die Wahl der Kandidaten für die Stadtrats-Wahlbezirke und für die Reserveliste im Vordergrund standen, tauschten sich die Sozialdemokraten mehr als eine halbe Stunde lebhaft über die Bundespolitik und die mögliche Regierung aus CDU/CSU und SPD aus. Dabei gab es sowohl Befürworter als auch Gegner einer "Großen Koalition". In seinem Grußwort hatte Ex-Bürgermeister und Ehrenbürger Heinz Hilgers dazu aufgerufen, für ein Ja oder Nein allein zum Maßstab zu machen, "wie es den Menschen mit der Großen Koalition geht, nicht der SPD". Zum Koalitionsvertrag und Mitgliederentscheid bietet die Dormagener SPD, wie Stadtverbands-Vorsitzender Lierenfeld erklärte, am Sonntag, 8. Dezember, eine eigene Diskussionsveranstaltung an.

(NGZ)