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Dormagen: Sozialwerk kündigt OGS-Trägerschaft

Dormagen : Sozialwerk kündigt OGS-Trägerschaft

Die Träger der Offenen Ganztagsschulen kritisieren die Kürzungen der Stadt. Diese erwägt, Elternbeiträge zu erhöhen.

Für das kommende Schuljahr müssen sich die Grundschulen Friedrich-von-Saarwerden-Schule in Zons und die Förderschule am Chorbusch einen neuen Träger für die offene Ganztagsbetreuung suchen. Das evangelische Sozialwerk hat seine Trägerschaft zum 31. Juli 2013 gekündigt. Grund sind die Kürzungen der freiwilligen Zuschüsse der Stadt.

Pfarrer Ingolf Schiefelbein, Vorsitzender des Sozialwerks, äußert sein Bedauern: "Ohne die Zuschüsse können wir die Qualität unseres Angebots nicht mehr aufrechterhalten. Und wir wollen keine reine Verwahranstalt sein."

Wegen der prekären Haushaltslage ist die Stadt gezwungen, ihre freiwilligen Leistungen zu kürzen. Betroffen sind insbesondere Vereine, zu denen auch die Trägerschaften zählen. Derzeit beträgt der städtische Anteil 1,025 Millionen Euro, davon ist die Hälfte freiwillig. Mit der Schulverwaltung hat die Stadt eine Lösung abgestimmt, die für die Träger der offenen Ganztagsschulen eine Rückführung auf den Stand des Jahres 2010 bedeutet.

In derselben Höhe, wie das Land danach seinen Anteil erhöht hat, reduziert Dormagen seinen Zuschussanteil ab dem Schuljahr 2013/2014. Das spart jährlich 340 000 Euro. Pro Betreuungsplatz stellt die Stadt weiterhin 295 Euro als freiwilligen Anteil bereit.

Bei den Trägerschaften stoßen die Kürzungen auf Unverständnis. "Dass ausgerechnet im Bildungsbereich gespart wird, das ist schon starker Tobak", sagt Pfarrer Schiefelbein. Dem Rückzug des evangelischen Sozialwerks könnten weitere Kündigungen an den anderen Grundschulen in Dormagen folgen. Die Träger haben sich diese Woche zusammengesetzt, um sich abzusprechen, welche Konsequenzen zu ziehen sind. In einem offenen Brief ermutigen sie die Eltern der Grundschulkinder, sich an die Politik zu wenden, samt Kontaktdaten aller Ratsmitglieder. Hubert Vitt, Vorsitzender des Trägers der offenen Ganztagsgrundschule an der Salvator-Schule in Nievenheim, sagt: "Die Eltern müssen bei den Politikern Dampf machen."

Als Konsequenz der Kürzungen müssten die Träger, wenn sie nicht aufgeben wollen, entweder weniger Personal beschäftigen, billigeres Personal anstellen und, oder das Angebot reduzieren. An die Eltern schreiben die Träger: "Wir haben die Qualität immer hochgehalten, haben die Betreuungszeiten ausgedehnt, tolle Ferienangebote gemacht und waren in der Lage uns an Ihren und den Bedürfnissen Ihrer Kinder zu orientieren." Bei der derzeitigen finanziellen Situation sei das kaum noch vorstellbar.

Schuldezernentin Tanja Gaspers kann den Unmut der Träger verstehen, sagt sie. "Wir schätzen die Arbeit der Träger sehr." Sie hätten immer einen hohen Standard geboten. Um diesen auch weiterhin anbieten zu können, prüfe die Stadt derzeit "Anpassungen" bei den Elternbeiträgen.

(NGZ/rl)