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Dormagen: Sonne über Nievenheimer Schützen

Dormagen : Sonne über Nievenheimer Schützen

Seit 440 Jahren besteht die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Nievenheim-Ückerath, seit Freitag feiert sie ihr stimmungsvolles Volks- und Heimatfest. Beim Festkommers wurde Hans Birkmann zum Ehrenmitglied ernannt.

Dem Brudermeister ging "das Herz auf". Angesichts eines gut besuchten Zeltes sprach Detlef Spitzenberg beim Festkommers gestern von "einer ergreifenden Messe und einer traumhaften Frühparade". Denn die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Nievenheim-Ückerath, die vor 440 Jahren gegründet wurde, feiert seit Freitagabend ein stimmungsvolles Volks- und Heimatfest. Im Mittelpunkt steht das strahlende Königspaar Frank und Kornelia Weiß, das anders als seine Vorgänger Ralf und Daniela Mende in den Genuss einer sonnigen Frühparade in Ückerath und einer ebenso regenfreien Parade in Nievenheim kam. "Es ist einfach genial", schwärmt Frank I. vom bisherigen Verlauf des Schützenfestes. Auch Königin Kornelia sagt begeistert: "Es macht so viel Spaß!"

Beim Festkommers, an dem auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe teilnahm, feierten die Schützen neben dem Königspaar auch die zahlreichen Schützenbrüder, die ausgezeichnet wurden. Brudermeister Spitzenberg ernannte Hans Birkmann vom Jägerzug "Treue Freunde" zum Ehrenmitglied der Bruderschaft: "Er ist ein treuer Freund unserer Bruderschaft, er geht mit ihr um, als wäre sie sein persönliches Eigentum. Er hegt und pflegt sie im wahrsten Sinne des Wortes." Der 79-Jährige, der Schützenplatz und Schützenhaus mit betreut, freute sich sichtlich über die Auszeichnung, nun eines von sieben Ehrenmitgliedern zu sein.

Doch Brudermeister Spitzenberg ehrte nicht nur verdiente Schützen, er bedankte sich auch bei der Stadt Dormagen für die Punktlandung bei der Beendigung des Baustellenabschnitts auf der Hindenburgstraße: "Um 12 Uhr am Samstag waren unsere Marschwege frei — eine Meisterleistung!" Am Freitag gab es mit 950 Besuchern einen Zuschauerrekord beim Fassanstich auf dem Salvatorplatz: "In zweieinviertel Stunden wurden 810 Liter Bier verzapft, das heißt, die Bruderschaft ist jetzt pleite", sagte Spitzenberg lachend.

Die 864 Mitglieder der Bruderschaft, die mit den Musikern das 1150-Mann-starke Regiment bilden, werden zum letzten Mal von Oberst Reinhard Skusa angeführt, der angekündigt hat, am 27. September aus Altersgründen nach 16 Jahren an der Spitze abzutreten. Skusa wurde gestern von Bezirksbundesmeister Andreas Kaiser vom Bezirksverband Neuss mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet.

Edelknabenführer Ralf Mende hielt eine Laudatio auf den "Triple"-Edelknabenkönig Jan Knöchel, der auch Bezirksedelknabenkönig und der erste Diözesan-Bambiniprinz ist: "Ich bin sehr stolz, einen so wunderbaren Edelknaben in unseren Reihen zu haben", sagte Mende unter großem Applaus für den elfjährigen Nievenheimer.

Beim Fackelzug mit drei Großfackeln landeten der Scheibenschützenzug "Leeve Jonge" und der Hubertuszug "Haade Boschte" auf dem ersten Platz. Den Wanderpokal der Fackelbaukommission erhielt der Grenadierzug "Stief Höt".

Dem Königsvogelschießen heute ab 17 Uhr schauen die Nievenheimer und Ückerather Schützen mit Vorfreude entgegen. Gleich drei Bewerber um die Nachfolge von Frank Weiß haben sich bereits gemeldet, so dass ein spannender Wettkampf erwartet wird.

(NGZ)