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Dormagen: So wird der Matthäusmarkt

Dormagen : So wird der Matthäusmarkt

Wenn am 17. und 18. September der 31. Matthäusmarkt öffnet, sind von den 150 Ständen 20 zum ersten Mal dabei. Der Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons (HVV) achtet als Veranstalter jedes Jahr auf Abwechslung.

Alexander Scholten lebt schon seit vielen Jahren in Oldenburg. Der 38-jährige Naturwissenschaftler arbeitet dort als Dozent an der Universität. Doch am dritten Septemberwochenende ist der gebürtige Zonser immer in der Heimat und mischt sich unter die ehrenamtlichen Helfer des HVV. "Das macht er schon seit über zehn Jahren", sagt seine Mutter Helga Scholten, Geschäftsführerin des HVV und maßgeblich an der Organisation des Matthäusmarktes beteiligt — und das zum 26. Mal.

Mit 15 Leuten ist der Heimat- und Verkehrsverein am Markt-Wochenende im Einsatz. Gut sichtbar in farbigen Westen mit der Aufschrift HVV sind sie unterwegs, geben Auskunft, weisen in Parkplätze ein, helfen Ausstellern und Gästen. Alle arbeiten ehrenamtlich. Die eingenommenen Standgebühren werden "für die Elektrik" ausgegeben.

So wird der HVV auch am 31. Matthäusmarkt nichts verdienen. Das ist aber auch nicht geplant. "Wir wollen nur unseren guten Ruf aufrecht erhalten", sagt Helga Scholten. Denn der Markt ziehe Besucher aus der ganzen Region an. Im vergangenen Jahr waren es laut Angabe der Polizei knapp 40 000. Daher ist Helga Scholten jedes Jahr darauf bedacht, den Gästen etwas Neues zu bieten.

Die 150 Stände sind in diesem Jahr auf den Marktflächen in der gesamten Zonser Altstadt und den Innenhöfen des Kreismuseums verteilt. Neu dabei sind ein Korbflechter, ein Glasperlenbläser, ein Buchbinder, eine Schäferin mit Spinnrad sowie ein Holzkartenmacher. Wichtig ist den Veranstaltern, dass alle Aussteller auch vor Ort arbeiten. "Während der beiden Tage gehe sie ständig über den Markt und begutachte alle Stände", sagt Helga Scholten. Sie lobe und sie meckere auch, gesteht sie. "Man muss darauf achten, dass das Niveau gehalten wird."

Seit über 20 Jahren fester Bestandteil des Matthäusmarktes ist das Ritterturnier der bergischen Lehnsritter. Streng nach historisch überlieferten Regeln wird dort gekämpft und das Leben der Knappen, Ritter und Edelfrauen am Hofe gezeigt.

Zu sehen sind Wettkämpfe im Armbrust-Bogenschießen, Axt- und Speerwerfen und im Lanzenstechen. In diesem Jahr erwarten die Ritter auch wieder internationale Gäste, die mit ihren Pferden am Turnier teilnehmen, das auf den Rheinwiesen direkt vor den Stadtmauern der Zonser Altstadt stattfindet. Dort haben die Ritter und Edelfrauen auch ihr Lager aufgeschlagen. Vor den Turnierzeiten ziehen sie an beiden Tagen in einem farbenprächtigen Umzug über den Matthäusmarkt.

Kulinarisch verwöhnt werden die Gäste unter anderem mit den Spezialitäten des Zonser Kochclubs, Flammbrot und rheinischen Reibekuchen sowie an Grillständen.

(NGZ)