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Dormagen: So wird das Auto fit für das Frühjahr

Dormagen : So wird das Auto fit für das Frühjahr

Der Dreck muss runter, die Reifen müssen gewechselt und die Wischer getauscht werden: Ein Waschstraßeninhaber und ein "Gelber Engel" des ADAC geben Tipps, was Autobesitzer in dieser Jahreszeit beachten müssen.

An den ersten warmen Frühjahrstagen bringen viele Menschen nicht nur Balkon, Garten oder Wohnung auf Vordermann — auch das eigene Auto wird wieder genauer betrachtet. Oft haben Schnee, Matsch und Kälte und ihre Spuren hinterlassen: Die Karosserie ist verdreckt, und auch Mängel treten nach den Wintermonaten häufiger auf. Zwei Experten berichten, wie Autobesitzer ihren Wagen frühjahrsfit machen.

Für Markus Weber und seine Mitarbeiter sind die Monate März bis Mai die umsatzstärksten im ganzen Jahr. Seine Waschanlage Blitzwash in Stürzelberg wird dann von besonders vielen Kunden angefahren. Der Geschäftsführer empfiehlt zum Frühjahr eine Autowäsche mit Unterbodenreinigung und Heißwachs. "Gerade nach dem Winter ist eine Unterbodenwäsche sehr sinnvoll", sagt Weber. Unter dem Auto, speziell in den Radkästen und im Motorraum, befänden sich oftmals Rückstände von Streusalz. Sie seien sehr aggressiv und würden Korrosion begünstigen. Teile würden so schneller verschleißen. Das Wachs lasse den Lack wieder richtig glänzen. Kostenpunkt für die "Premium-Wäsche" bei Blitzwash Am Wahler Berg: 11,90 Euro.

Damit der Autolack gepflegt bleibt, hält Weber eine Wäsche alle zwei Wochen für sinnvoll. Eine Unterbodenwäsche sei im Sommerhalbjahr nur in Ausnahmefällen nötig. Gerade nach dem Winter seien umfangreichere Waschprogramme gefragter als sonst. Vor und an den Wochenenden kämen die meisten Kunden. "Ab Freitagmittag ist bei uns viel los", sagt Weber. Das gelte insbesondere bei gutem Wetter.

Rico Urban ist als Straßenwachtfahrer für den ADAC unterwegs und hilft Autofahrern zwischen Rommerskirchen, Grevenbroich-Kapellen, Meerbusch-Büderich und Kaarst. Als "Gelber Engel" erlebt er bei der täglichen Arbeit, dass der Reifenwechsel nach dem Winter Risiken birgt. "Das Profil der Reifen sollte mindestens drei bis vier Millimeter betragen", sagt er. Dies reduziere die Aquaplaning-Gefahr. Auf jeden Fall sollten nach ersten 50 gefahrenen Kilometern mit neuer Bereifung die Radmuttern nachgezogen werden. Schon oft sei er gerufen worden, weil Autofahrer ein verdächtiges Geräusch beim Fahren bemerkt hätten — ein Anzeichen für lockere Muttern. Auch sollten die Reifen nicht jünger als acht Jahre sein. Im Schnitt hätten sich ab diesem Alter die Weichmacher verflüchtigt und das Gummi sei deshalb porös.

Auch eine Unterbodenwäsche hält Urban für sinnvoll. Seiner Meinung nach solle diese aber in einer Werkstatt per Hochdruckreiniger durchgeführt werden. So sei sichergestellt, dass auch alle Reste von Streusalz sicher entfernt werden. Ein guter Zeitpunkt dafür sei der Reifenwechsel, wenn das Auto ohne hin in der Werkstatt auf der Hebebühne stehe.

"Auch sollte im Frühjahr die Scheibenwaschanlage mit anderem Reiniger befüllt werden", rät Urban. Im Sommerhalbjahr werde Wasser mit einem Reinigungszusatz benötigt, der Insekten ohne Rückstände von der Scheibe entfernt. Bei dieser Gelegenheit sollten auch die Wischblätter ausgetauscht werden. Durch den Frost und das Wischen über die zugefrorene Scheibe sei das Gummi in der Regel beschädigt — Schlieren auf dem Glas sind die Folge.

Rico Urban schätzt, dass alle Maßnahmen zusammen in einer Werkstatt durchschnittlich 80 Euro kosten. Somit sei das Auto fit fürs Frühjahr und der Fahrer sicherer unterwegs.

(NGZ)