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Dormagen: So will die Stadt Energie sparen

Dormagen : So will die Stadt Energie sparen

Die Verwaltung plant die Einführung eines so genannten Energiemonitorings. Damit sollen die Kosten für den Verbrauch von Gas, Strom und Wasser in städtischen Gebäuden langfristig um 25 Prozent gesenkt werden.

Der Energieverbrauch in städtischen Gebäuden ist gewaltig: Im vergangenen Jahr hat die Verwaltung für Heizung, Strom und Wasser rund 2,1 Millionen Euro an den Versorger evd überwiesen. Zu viel, ist man sich im Rathaus einig. Um die Kosten nachhaltig und langfristig zu senken, soll nun eine Art Überwachungssystem eingeführt werden. Die Verwaltung hat das Aachener Unternehmen Adapton beauftragt, ein Konzept für das sogenannte Energiemonitoring zu erstellen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in zwei bis drei Monaten vorliegen. Die Einführung des neuen Systems kann frühestens 2013 erfolgen, wenn Geld im Haushalt zur Verfügung steht. Langfristig verspricht man sich ein Einsparpotenzial von bis zu 25 Prozent.

Spezielle Zähler einbauen

Im ersten Schritt werden Techniker jetzt überprüfen, welche städtische Gebäude berücksichtigt werden. "Es geht um Einrichtungen, die einen hohen Energieverbrauch haben", sagt der Leiter der Eigenbetriebe, Uwe Scheler. Dazu zählt er vor allem Schulen und dazugehörige Sporthallen, Kindertagesstätten, die Stadtbibliothek. Danach erfolgt die konkrete Umsetzung. Die betroffenen Gebäude werden mit speziellen Zählern und einem Modem ausgerüstet. Das Modem übermittelt die Daten auf einen Server, auf den die Verwaltung über das Internet zugreifen kann.

"Wir wollen Gebäudeteile voneinander abgrenzen und den Energieverbrauch den einzelnen Nutzern zuordnen", erläutert Scheler. Er spricht von "gezieltem Controlling". Das bedeutet: Die Stadt will in Zukunft kontrollieren, wer zu welchen Zeiten in ihren Gebäuden Energie verbraucht. Mit Hilfe des Monitoringsystems könnte zum Beispiel einem Sportverein detailliert in Rechnung gestellt werden, wie viel Strom und Wasser er während der Nutzung einer Turnhalle verbraucht hat — theoretisch auf die Minute genau. Derzeit erfolgt die manuelle Ablesung der Zähler einmal im Monat. Weiterer Vorteil des Systems: Schwachstellen an Gebäuden (mangelhafte Dämmung, Wasserrohrbrüche) werden schneller entdeckt. "Das hilft uns bei der Entscheidung, ob Investitionen in die Sanierung der Gebäude sinnvoll sind", sagt Scheler.

Für die Erstellung des Konzepts und einer vorläufigen Analyse hat die Stadt rund 25 000 Euro gezahlt. Für die Installation des Monitorings würden laut einer Kalkulation maximal rund 550 000 Euro fällig. Abzüglich der Betriebskosten könnten jährlich rund 100 000 Euro Energiekosten eingespart werden. Scheler betont, "dass die genauen Kosten noch ermittelt werden müssen."

(NGZ)