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Dormagen: So werden Schüler im Dunkeln gesehen

Dormagen : So werden Schüler im Dunkeln gesehen

Mit heller Kleidung sind Schulkinder in der Dämmerung fast doppelt so früh zu sehen wie mit dunkler.

Dunkelheit, Regen und morgendlicher Nebel — mit dem Einzug der kalten Jahreszeit ist für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer wieder erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr angezeigt. Gerade Kinder auf dem Weg zur Schule sind im Herbst und Winter besonders gefährdet, in Unfälle verwickelt zu werden, weil sie schlecht gesehen werden.

Denn in der frühen Dämmerung können Autofahrer die i-Dötzchen und auch größeren Schüler oft erst spät erkennen. Die Kinder dagegen rechnen nicht damit, dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern nicht wahrgenommen werden. Helle Kleidung und Reflektoren an Jacke und Schulranzen können das Unfallrisiko für Schulkinder jedoch erheblich minimieren. "Sichtbarkeit ist Sicherheit" macht auch die Polizei im Rhein-Kreis Neuss deutlich und wirbt jedes Jahr wieder für auffällige Kleidung auf dem Schulweg.

Polizeisprecher Hans-Willi Arnold erklärt den Unterschied bei der Sichtbarkeit: "In der Dämmerung ist ein dunkel gekleidetes Kind für den Autofahrer erst aus einer Entfernung von etwa 25 Metern sichtbar." Das kann — je nach Geschwindigkeit des Fahrzeugs — bereits zu wenig sein, um rechtzeitig zum Stehen zu kommen oder dem Kind auszuweichen: "Der Anhalteweg bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern beträgt schon 28 Meter", sagt Arnold. Nasses Laub auf der Straße verlängert den Bremsweg zusätzlich.

Mit einer hellen Jacke hingegen wäre das Kind im Abblendlicht des Autos bereits aus rund 40 Metern Entfernung sichtbar. Trägt es hingegen reflektierende Kleidung, kann es schon aus 125 Metern erkannt werden — genug Zeit für den Autofahrer, um entsprechend zu reagieren.

Gerade die Schulneulinge sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Sie müssen sich den Schulweg erst einprägen und sind mit den Gefahrstellen noch nicht so vertraut. An der Theodor-Angerhausen-Grundschule gibt es deshalb zur Einschulung nicht nur Schultüten für die Erstklässler, sondern auch auffällige Westen vom ADAC. Die meisten Grundschüler tragen die leuchtenden Accessoires mit großem Stolz.

Auch viele Kinder-Anoraks, Schuhe und -Mützen sind inzwischen mit reflektierenden Flächen ausgestattet. Schulranzen und Taschen haben meist integrierte Leuchtstreifen. Dazu gibt es im Handel jede Menge Zubehör zum Nachrüsten, mit dem auch dunkle Jacken sichtbar gemacht werden können: Reflektoren zum Umhängen und Aufkleben, Bänder und Klammern für die Hosenbeine.

Fährt das Kind mit dem Fahrrad zur Schule, sollte natürlich auch das Fahrrad entsprechend verkehrssicher und mit Reflektoren ausgestattet sein. "Katzenaugen" in den Speichen erhöhen die Sicherheit ebenso wie Flächenrückstrahler vorne und hinten am Rad. Eine funktionierende Beleuchtung versteht sich von selbst. Und auch der Helm sollte für die Kinder bei jeder Radtour obligatorisch sein.

(NGZ/rl)