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Dormagen: So viel kostet ein Feuerwehreinsatz

Dormagen : So viel kostet ein Feuerwehreinsatz

Grundsätzlich sind Feuerwehreinsätze für die Anrufer kostenlos. In einigen Fällen kann aber durchaus eine Rechnung gestellt werden. Wieviel dann auf die Betroffenen zukommt, regelt der Kostentarif.

Die Freiwillige Feuerwehr Dormagen ist an 365 Tagen rund um die Uhr im Einsatz — auch jetzt rund um Neujahr. Die Kosten für den Feuerschutz trägt grundsätzlich die Allgemeinheit. Allerdings stellt die Leitstelle für einige Einsätze auch Rechnungen. "Wir nehmen pro Jahr im Schnitt 140 000 Euro ein", erklärt der stellvertretende Feuerwehrchef Gerd Gleich.

Der Kostentarif ist in der Feuerwehrsatzung der Stadt festgelegt. Darin wird feinsäuberlich aufgeführt, wie viel ein Einsatz von Mann, Fahrzeugen und Material kostet. So kostet eine Arbeitsstunde eines Feuerwehrmanns je nach Dienstgrad zwischen 37,84 und 62,38 Euro. Auch die Stundensätze für Fahrzeuge und Anhänger werden aufgelistet: Ein Löschgruppenfahrzeug schlägt je nach Größe mit 63,91 bis zu 118,62 pro Stunde zu Buche. Es geht aber auch kostenlos: Für einen "Auffangbehälter aus PE mit Deckel bis 50 L" werden 0,00 Euro berechnet. Ein einstündiger Einsatz eines "B-Druckschlauch (20 m)" kostet dafür aber 8,18 Euro für die erste Stunde und 3,07 Euro für jede weitere Stunde. "Man muss aber sagen, dass nur in besonderen Fällen eine Rechnung gestellt wird. Der Löscheinsatz ist für Bürger immer kostenlos, denn er dient der Gefahrenabwehr", erklärt Gleich.

So sei auch der Einsatz, um eine Katze von einem Dach zu retten, kostenlos. "Der Bürger soll nämlich bei Gefahr immer die Feuerwehr rufen können, ohne Angst zu haben, dass Kosten auf ihn zukommen könnten", erklärt Gleich.

In Fällen, wo eine vorsätzliche Brandstiftung nachgewiesen werden kann, muss der Schuldige jedoch für den Einsatz bezahlen. "Bei großen und langen Einsätzen mit vielen Fahrzeugen und Feuerwehrleuten kann da schnell ein fünfstelliger Betrag zusammenkommen", sagt Gleich. "Sollte zum Beispiel der Schuldige für den Brand der A 57-Brücke noch gefunden werden, wird er von uns eine saftige Rechnung bekommen."

Die in Dormagen so zahlreich ansässigen Chemieunternehmen haben vor allem für ihre Gefahrentransporte eine Zusatzversicherung, die bei Einsätzen die Rechnung der Feuerwehr übernimmt. "Die Löscharbeiten bei Ineos wurden von einer Versicherung übernommen", so der stellvertretende Feuerwehrchef. Es gibt aber auch Fälle, in denen der normale Bürger für den Einsatz bezahlen muss, wie zum Beispiel bei Ölspuren nach Autounfällen. "Die Gefährdungshaftung übernehmen die Versicherungen. Da gibt es nur in seltenen Fällen Schwierigkeiten", sagt Gleich. Was für den Bürger beruhigend sei, denn die Beseitigung einer Ölspur könne bis zu 2000 Euro kosten.

Eine teure Angelegenheit ist auch der grundlose Alarm der Feuerwehr. "Wir rücken etwa ein Mal im Monat wegen eines Fehlalarmes grundlos aus", sagt der Feuerwehrmann. Dabei seien es zum Glück weniger Spaßvögel, als veraltete Brandmelder, die den Alarm auslösen. Trotzdem müssen die Besitzer solcher veralteter oder nicht-funktionstüchtiger Geräte nach Kostensatzung pauschal 511,29 Euro Strafe zahlen. Dazu kommen dann am Ende noch die bürokratischen Kosten. Denn die "Schriftliche Bestätigung über einen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr" kostet 22,50 Euro.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dormagen: Das ist die Feuerwehrchefin Sabine Voss

(NGZ/jco)