1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: So sollen Vereine sparen

Dormagen : So sollen Vereine sparen

Die Sportvereine lehnen die von der Verwaltung geplante Nutzungsgebühr für Sportstätten ab, sehen aber die Notwendigkeit zur Minderung des Haushaltsdefizites ein. Platzpflege könnte ein Sparbeitrag der Klubs sein.

Die Emotionen kochen hoch: Das Thema Nutzungsgebühr für Sportstätten bewegt die Dormagener Sportvereine nach wie vor. Trotz der einhelligen Ablehnung der Vereine beim Forum Sport ist der Plan der Verwaltung, ab 2014 pro Nutzungsstunde fünf Euro von den Sportvereinen für städtische Plätze und Hallen zu erheben, nicht vom Tisch. So sollen rund 190 000 Euro eingenommen werden, um das Haushaltsdefizit der Stadt zu verringern.

Kurt Vobis ist auch knapp eine Woche nach dem Forum frustriert: "Wir Sportvereine fühlen uns von der Stadt allein gelassen", sagt der Geschäftsführer des SuS Gohr. Er verweist auf die Hunderte von Stunden, die in seinem Verein ehrenamtlich gearbeitet werden. "Mehr geht da nicht", sagt Vobis und schaut in eine düstere Vereinszukunft: "Wenn die Nutzungsgebühr kommt, wird das das Ende des SuS Gohr und vieler anderer Dormagener Sportvereine sein."

Denn eine Verdopplung der Beiträge sei bei den rund 270 zahlenden Mitgliedern nicht durchzusetzen. Vobis hofft nach der gezeigten Solidarität der Sportvereine auf ein Einlenken der Politik: "Die Sportvereine leisten hervorragende Jugend- und Sozialarbeit, die jetzt auf dem Spiel steht."

Die Verwaltung wertet gerade die Anregungen und Beiträge der Bürger aus den vier Foren zu den Sparplänen aus. Allerdings hält Kämmerer Kai Uffelmann an einer Nutzungsgebühr für Sportstätten fest: "Jeder Bereich muss sparen, so auch der Sport." Einzelne Härtefälle würden geprüft, wenn die Vereine nachweisen könnten, dass ihre Existenz bedroht wäre.

"Wir müssen rigoros sparen", betont der Kämmerer. "Ohne Gegenfinanzierung muss ich sonst die Infrastruktur drastisch zurücknehmen." Er schlägt vor, dass einige Klubs Hallenkapazitäten zurückgeben könnten, die die Stadt an Dritte — zum Beispiel auswärtige Vereine, die Awo, Physiotherapeuten — weitervermieten könnte. "Wir müssen vielleicht auch durch Zusammenlegungen das eine oder andere Gebäude aufgeben", so Uffelmann.

Auf zusätzliche Arbeiten der Vereine setzt Hans Sturm, geschäftsführender Vorsitzender des fast 1400 Mitglieder starken TuS "Germania 1930" Hackenbroich. "Auch der Sport muss sparen. Aber die Verwaltung sollte einen Katalog mit einzelnen Maßnahmen erstellen, nach dem die Vereine Arbeiten von der Stadt übernehmen könnten, um die Finanzlage zu verbessern", betont er.

Wenn die Vereine genau wüssten, welche Ausgaben auf sie zukämen, könnte sich Hans Sturm, der stellvertretender Bürgermeister ist, sogar vorstellen, dass einige Vereine die Sportanlage selbst übernähmen. "Aber dazu brauchen wir verlässliche Zahlen und Anlagen in gutem Zustand."

(NGZ/rl)