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Dormagen: So sicher sind die Dormagener Bahnhöfe

Dormagen : So sicher sind die Dormagener Bahnhöfe

Wie fühlt man sich abends an den Dormagener S-Bahnhöfen? Das Fazit im NGZ-Test fällt positiv aus. Alle drei sind gut beleuchtet und sauber. Der Bahnhof in Dormagen ist als einziger videoüberwacht.

Es ist 9 Uhr abends. Am Bahnsteig des S-Bahnhofes Bayerwerk ist keine Menschenseele in Sichtweite und ein kalter Wind pfeift. Aus dem Chempark dringen leise Geräusche herüber, weißer Rauch steigt aus den nahe gelegenen Schornsteinen auf. Eine Szenerie, die nicht gerade zum Wohlfühlen einlädt, während man auf eine S-Bahn wartet. Trotzdem kann man sich sicher fühlen am Bahnhof Bayerwerk: Die Bahnsteige sind hell beleuchtet, alle Lampen funktionieren. Auch die Wartehäuschen sind trotz ihres Alters gut beleuchtet.

"Licht ist für das Sicherheitsgefühl sehr wichtig", erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. "Daher achten wir sehr darauf, dass die Beleuchtung funktioniert." Ein weiterer wichtiger Punkt für einsubjektives Sicherheitsgefühl während des Wartens auf eine Bahn ist auch die Besucherfrequenz, das bestätigt auch der Bahnsprecher. Und die ist an der Haltestelle Bayerwerk außerhalb der Schichtwechsel eher gering. Ein weiteres Manko ist, dass die Fahrgastinformation an der Haltestelle Bayerwerk nicht funktioniert. Eine Notrufsäule gibt es zwar nicht, dafür hat man aber überall Handyempfang.

Rund drei Kilometer weiter nördlich am Dormagener Bahnhof warten einige Pärchen, einzelne Menschen und eine Gruppe junger Männer auf die S-Bahn in Richtung Köln. Auch hier funktioniert die Beleuchtung. Einzig die Straßenunterführung ist ein wenig dunkel — zum Glück hat das Handy aber vollen Empfang. Im Vergleich zum Bahnhof Bayerwerk und Nievenheim ist Dormagen ein Brennpunkt. Hier kommt es in regelmäßigen Abständen zu kleineren Delikten wie Diebstahl, Körperverletzung oder auch Exhibitionismus — hier sind vor allem Jugendliche gefährdet. Sorgen um die Sicherheit sollte man sich jedoch nicht machen, meint der Bahnsprecher. "Im Vergleich zu anderen Bahnhöfen sind die Dormagener sehr sicher."

Der Dormagener Bahnhof ist mit einer Videoüberwachung ausgestattet. "Diese sind an die Sicherheitszentrale in Aachen angeschlossen", erklärt der Bahnsprecher. Zwar werde der Bahnhof nicht live vom Sicherheitspersonal überwacht, aber als Abschreckung und Beweismittel sei die Videoüberwachung ein probates Mittel. "Außerdem schicken wir in unregelmäßigen Abständen unser Sicherheitspersonal auf Streife an den Bahnhöfen", fügt er hinzu. Insgesamt beschäftigt die DB 400 Wachleute in NRW, die vor allem an Wochenenden für Sicherheit in den Zügen und auf den Bahnsteigen sorgen sollen.

Um 10 Uhr abends sind die Bahnsteige in Nievenheim hell beleuchtet, in der Bahnhofsgaststätte sitzt eine Senioren-Runde beim Kartenspiel. Im Vergleich zu Dormagen finden sich hier keine Graffitis, so machen die Bahnsteige einen gepflegteren Eindruck. Durch die Nähe zur Bahnhofsgaststätte ist hier auch noch später am Abend Frequenz und Hilfe im Fall der Fälle nah. Das Handy hat auch Empfang. Alles in allem ist Nievenheim also ein Bahnhof, auf dem man auch noch nachts getrost auf die S-Bahn warten kann.

(NGZ/ac)