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Dormagen: So macht ernste Musik Spaß

Dormagen : So macht ernste Musik Spaß

Die Veranstaltungen und Angebote für junge Musikfreunde nehmen beim Festival für Alte Musik in Knechtsteden mehr Raum ein als bisher. Neben neuen Workshops steht vor allem das Orchesterprojekt "PASS-Spiel" im Fokus.

Gerade sind sie wieder gelobt worden, die Bundeskicker von Jogi Löw, für ihr gepflegtes und kombinationssicheres Pass-Spiel auf dem Rasen. Um ein gutes Team und ein erfolgreiches Spiel vor Publikum geht es auch beim "PASS-Spiel" in Knechtsteden. Wenngleich das ebenso ehrgeizige wie experimentelle Projekt, mit dem das "Junge Festival" in diesem Jahr schon eine Woche vor dem eigentlichen Festival beginnt, nichts mit Bällen zu tun hat.

Vielmehr treffen sich morgen Abend in der Dormagener Christuskirche rund 50 Musiker zur ersten Probe, die normalerweise auf ganz unterschiedlichen Niveaus musizieren, unter der Leitung von Hermann Max aber ein bemerkenswertes Projektorchester bilden. "Gut die Hälfte der Musiker sind Schüler zwischen neun und 20 Jahren, dazu kommen Profis aus dem Festival-Ensemble ,Das Kleine Konzert', inklusive Konzertmeisterin Ulla Bundies, und der Neusser Kammerakademie. Die übrigen Teilnehmer sind Halb-Profis und Amateure", sagt Ulrike Neukamm.

Die Kölnerin ist eine der Initiatorinnen und Organisatorinnen des Orchester-Workshops, in dem für viele junge Musiker Träume in Erfüllung gehen. Nicht nur, weil das Festival unter dem Motto "Bühne der Träume" und Mendelssohns "Sommernachtstraum" auf dem Programm stehen. Viele der Nachwuchsmusiker werden erstmals und vielleicht einmalig mit Profimusikern proben und konzertieren. Am Sonntag um 18 Uhr wird das Ergebnis der Probenarbeit im Knechtstedener Norbert-Gymnasium zu hören sein.

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Das "PASS-Projekt" ist nicht nur der Auftakt zum Jungen Festival. Die Zusammenarbeit mit jungen Musikern und Laien ist auch Teil der angestrebten Öffnung des Festivals, das sich als Treffpunkt für Freunde und Interpreten Alter Musik auf höchstem Niveau etabliert hat. Doch das Festival kann nur überleben, "wenn junges Publikum nachwächst", stellt Katharina Weißenborn klar. "Es kann nicht sein, dass wir nur Programm für über 40-Jährige machen."

Die Kulturmanagerin aus Stuttgart will zeigen, "dass ernste Musik Spaß machen und ebenso informativ wie unterhaltsam präsentiert werden kann." Dazu dienen die Angebote am 17. und 18. September, zu denen nicht nur das von Thomas Höft moderierte Kinderkonzert am Samstagvormittag zählt. Drei neue Workshops zum Komponieren, Singen und Tanzen am Samstagnachmittag sollen Musik spielerisch vermitteln. "Die Kinder können sich vor Ort anmelden und brauchen keine Vorbildung", betont Katharina Weißenborn.

Um 16.30 Uhr wird das Erlernte in der Theaterscheune vorgestellt. Wer möchte, kann sich die Workshops auch einfach nur ansehen. Ums Mitgestalten geht's auch beim "Ohrwurm-Projekt". Dormagener Schüler werden beim Kinderkonzert in der Theaterscheune am Freitag, 17. September, nicht nur zuhören, sondern mitmachen.

(NGZ)